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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-08-01 · 15 (1.8.1929) · p. Seite 246

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
15 (1.8.1929)
Article
Protokoll der Verhandlungen der siebenten Tagung des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden in Aschaffenburg am 30. Juni und 1. Juli 1929
Date
1929-08-01
Page
Seite 246 (sequence 6)
Language
German
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246 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 15 Sie werden auch einen Antrag zugeleitet bekommen, daß die Leistungsfähigkeit der Gemeinden von Jahr zu Jahr durch Ausschüsse geprüft werden soll. Es ist vorgesehen, daß Herren und Damen, die nicht aus diesen Gemeinden stammen, dazu herangezogen werden. Ich erachte dies für eine dringende Notwendigkeit aus begreiflichen Gründen. Wir wollen uns darüber nicht täuschen. In ganz kleinen Gemeinden ist es doch manchmal recht schwer, den Mut der freien Meinungsäußerung zu finden. Es gibt bei uns eine Kirchturmpolitik oder richtiger Synagogenkuppelpolitik. Ein weiterer wunder Punkt ist der geringe Unterschied in der Besoldung zwischen städtischen und ländlichen Beamten. Es soll selbstverständlich in bestehende Rechtsverhältnisse nicht eingegriffen werden. Aber die Besoldungsordnung erfaßt nicht den billigen .Lebenshaushalt und die größeren Nebenverdienstmöglichkeiten auf dem Lande. Bei Neuanstellungen wäre ernstlich zu prüfen, ob die Nebenverdienste nicht in angemessener Weise eingerechnet werden sollten. Ein weiterer Punkt sind unsere Zuschüsse zu Organisationen innerhalb und außerhalb Bayerns. Es sind manche dabei, bei denen wir ruhig eine kleine Herabsetzung verantworten können. Ferner bei den Bauzuschüssen; auch hier hat man bisher Villigkeitsgründe sprechen lassen. Wir werden in Zukunft schweren Herzens die Sachlichkeit allein entscheiden lassen. Zum Schlüsse möchte ich noch bemerken, daß unbedingte Enthaltsamkeit notwendig ist, vor allem jetzt keine neuen Projekte, keine neuen Wünsche, keine neuen Forderungen. Dafür ist die Zeit nicht gegeben. Im Gegenteil, wir müssen manches, was uns lieb geworden ist, über Bord werfen, nur damit können wir erreichen, daß das Schifflein des Verbandes nicht in den unerbittlichen Abgrund gerät. Mur so können wir erreichen, das Schiff, das uns anvertraut ist, durch alle Klippen zu bringen, nur so können wir erreichen, daß die dunklen Wolken wieder oorüberziehen und daß unser Schifflein wieder wie bisher feine stolze Fahrt fortsetzen kann: sieghaft und glückbringend zum Heile des Verbandes und der ganzen bayerischen Judenheit. Justizrat Dr. Straus: Ich fühle zwei Seelen in meiner Brust, wenn ich hier das.Referat zum Sozialetat Vorbringen soll. Ich gehöre der Verbandsleitung an und fühle mich infolgedessen mitverantwortlich für die Finanzen des Verbandes. Auf der anderen Seite bin ich Sozialreferent und hier habe ich zu fordern. Ich habe mich nur mit der Ausgabenseite zu befassen. Ich, will nicht mit der Mahnung des Sparens kommen. Wir hatten im Jahre 1926 einen Umlageneingang von 319 000 RM. und Aufwendungen für den Sozialetat in Höhe von 100 000 RM. — 30 Prozent, im Jahre 192? 463 000 RM. Umlageneingänge und 150 000 RM. Ausgaben für soziale und kulturelle Zwecke— 31 Prozent, 1928 635 000 RM. Umlageneingang und 244000 RM. Sozialetat, das sind etwa 40 Prozent. Wir rechnen für das nächste Jahr optimistisch mit 620000 RM. Umlageneingang und setzen 256 000 RM. — und ich glaube, dieser Betrag wird sich noch erhöhen — für soziale und kulturelle Zwecke aus. Wir werden also auch heuer wieder etwa 40 Prozent für diese Zwecke aufwenden. Wir gehen also nicht nur ziffernmäßig, sondern auch prozentual hinauf. Und ich sehe diesen Aufstieg mit Stolz und nicht mit Ängstlichkeit. Denn der Verband kann seine Daseinsberechtigung am besten dadurch beweisen, daß er die Einrichtungen unserer sozialen Gemeinschaft austechterhält und fördert und das tut unser Verband in steigendem Maße. Und ich stelle mich zwar hier in Gegensatz zu unserem Schatzmeister Herrn Kommerzienrat Rosenzweig, wenn ich wünsche, daß der Verband nicht stehen bleibt; ich wünsche, daß er noch sehr viel Neues schaffen möge. Denn es ist notwendig, daß auf dem Gebiete der Ausgestaltung der Anstalten noch vieles geschieht. Wir werden heute über drei Dinge zu beschließen haben, die wirklich in gewissem Sinne neu sind oder wenigstens die Ausgestaltung alter Angelegenheiten betreffen. Ich will Ihnen diese drei Dinge sagen: es sind erstens 10 000 RM. für einen Zweck, den wir neu ausgenommen haben, für die Fürsorge der Ausländer, die in Not sind und für die die öffentliche Fürsorge nicht oder nicht in vollem Umfange eintritt. Unsere Wohlfahrtsfürsorge tritt da ein, wo eine Verpflichtung der öffentlichen Fürsorge nicht gegeben ist. Wenn von Ausländern die öffentliche Fürsorge in Anspruch genommen Modellhai TVeinstraße Das fühlende vornehme Spezialhaus für DamenJtleidung nachMak Stets neueste JMiodelle Kleider * Ih/Län tel * Hüte * Pelze Badeanzüge Bademäntel und altes was Sie zum Baden benötigen in größter Buswahl Gmissi*t)/ENmni32*Gmm DALL'ARMI FIRMA CARL VOLKERr HOFLIEFERANT MÜNCHEN MAXIMILIÄNSTR. 41 Die alte Spezialfirma für die gepflegte Qualitätszigarre Hotel Koiserhof Mönchen Schfltzenstrafle 12 Gebr. Greif Beliebtes Caf6-Restaurant O Künstler-Kapelle

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