Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 14 (15.7.1929)
- Article
- Protokoll der Verhandlungen der siebenten Tagung des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden in Aschaffenburg am 30. Juni und 1. Juli 1929
- Date
- 1929-07-15
- Page
- Seite 227 (sequence 4)
- Language
- German
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Nr. 14 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 227 —: Münchener firmen! Aktien! Luch der jüdischen Stellenvermittlung Ojerrog-Msx-straße s ❖ lelephon 32883 wiedergegeben. Aber den Grundsätzen der Liebe und Wahrheit, der Duldung und Gewissensfreiheit hat er den tiefsten Ausdruck gegeben. Unbeirrt ging er seines Wegens. Seine Glaubensgenossen ermahnte er: „Liebet, so werdet ihr geliebt werden." Allen seinen Zeitgenossen aber rief er das Losungswort seines Lebens und Schaffens zu: „Aufklärung." Wie der Freundschaftsbund von Schiller und Goethe ein glänzendes Licht auf das deutsche Geistesleben wirft, so kennt die deutsche Geistesgeschichte ein ähnliches Band zweier ihrer erleuchtetsten Geister: Lessing und Mendelssohn. Der große Dichter hat seinem Freund in dem „Nathan" ein Denkmal für alle Zeiten gesetzt. Mendelssohn lebte und starb als ein reinev und freier Denker, ein milder und edler Charakter, ein Befreier seiner Glaubensbrüder, ein Lehrer der Menschheit. Das gewaltige Licht hat in der Entwicklung der Geschichte auch einige Schatten gebracht. Wenn wir das Werk Mendelssohns und seine Wirkung auf die künftige Zeit heute betrachten, so müssen wir feststellen, daß die unmittelbar folgenden Geschlechter sich teilweise mit Ungestüm dem Deutschtum zugewendet und das Judentum vernachlässigt oder gar aufgegeben haben in völliger Verkennung der Absichten und Ziele des großen Mannes. Wir sehen heute klarer: Es war ein unsterbliches Verdienst des großen Mannes, daß er das Deutschtum zu einer Lebenskraft des Judentums herangezogen hat. Auf die deutsche Kultur gestützt, hat das deutsche Judentum sich die überwiegende Geltung in der gesamten jüdischen Welt verschafft. Unsere Zeit aber hat in dem Werk Mendelssohns die eine Seite besonders betont und ausgebaut: die Selbstachtung und Selbstbesinnung des Judentums auf seine ureigene Kraft. Sie wollen wir mit unserer vaterländischen Kultur verbinden und dankbar neigen wir uns vor dem Andenken des Mannes. Er hat uns die Wege geebnet, deutsche Juden zu sein. Wir könnten geute zur Beratung hier nicht zusammentreten, wenn Moses Mendelssohn nicht gewesen wäre. So sind wir nun wieder beim Verband angelangt. Sie erwarten meinen Bericht über die Tätigkeit unserer Gemeinschaft im vergangenen Jahre und den Ausblick in das lausende Jahr. Wenn ich entgegen der bisherigen Übung davon absehe, eine eingehende Übersicht über die finanzielle und wirtschaftliche Lage des Verbandes zu geben, so hat dies einmal seinen Grund darin, daß unser verehrter Herr Schatzmeister Ihnen nach dieser Richtung einen ausführlichen Bericht geben wird und daß uns noch andere Angelegenheiten allgemeiner Art hier beschäftigen. Immerhin sei es mir gestattet, die Geschäftslage kurz darzulegen. Der Verband hat auch im abgelaufenen Jahre eine durchaus befriedigende Entwicklung genommen. An Umlagen werden feit dem Erlaß des religionsgesellschaftlichen Steuergesetzes vom 1. August 1923 drei Prozent der in diesem Gesetz näher angegebenen Reichs¬ und Landessteuern erhoben. Eingegangen sind an Umlagen im Jahre 1928 rund 635 000 RM., so daß sich auf den Kopf der Bevölkerung ein Betrag von RM. 12.92 errechnet. Für das Jahr 1929 werden die Umlagen auf 620 000 RM. veranschlagt. Wir haben im vergangenen Jahre gebeten, den Staatszuschuß von 60 000 RM. zu erhöhen und haben einen eingehend begründeten Antrag der Staatsregierung vorgelegt. Wir danken es in erster Linie dem Herrn Referenten für unseren Kultus, wenn dieser Zuschuß im laufenden Jahre auf den Betrag von 70 000 RM. erhöht worden ist. Der Betrag ist ja eben nicht groß, wenn man die Aufwendungen von Verband und Gemeinden dagegen hält, die im Lande 3.25 Millionen RM. betragen. Allein die finanzielle Lage unseres Vaterlandes ist betrübender Weise sehr schlecht, und darum danken wir neben der materiellen Zuwendung für die Anerkennung unserer Tätigkeit und die freundliche Gesinnung, die in dieser Erhöhung zu M Ü N C H E N HOTEL EUROPÄISCHER HOF BES. OTTO LOCKERT Das vornehme Hotel direkt gegenüber dem Hauptbahnhof Südeingang Unter derselben Leitung HOTEL DEUTSCHER HOF OTTO LÜCKERT 5 Minuten vom Bahnhof am Karlstor gelegen Kaffee>Restaurant * Wein-Restaurant * Pfälzer Winzerstube Täglich nachmittags und abends Konzert * -¥• Ein Hauch köstlich zarten Parfüms schafft oft erst dieAtmosrhäre des völligen Wohlbehagens. Jede elegante Dame sollte darum nie auf ein individuelles, dezent. Parfüm verzichten. Nau s Parfümerie und Drogerie Maxkmiliansstraße 42, gegenüber dem Nationaltheater, hat stets alle Parfüms, wie auch Puder, Kölnisches Wasser usw. vorrätig, und wird Sie beim Einkauf so beraten und bedienen, daß Sie wirklich zufrieden sind. 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