Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 3 (1.2.1929)
- Article
- Sitzung von Gemeindevertretung und Vorstand
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 39 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 39 I.J. SCMRAMM^^ nommen haben. Es ist durch die Bemühungen der Rektoren dahin gekommen, daß endlich auch die Studentenschaft den Standpunkt aufgegeben hat, mit den jüdischen Verbindungen nicht zusammen zu chargieren, — Nach Mitteilungen der Standesämter seien im letzten Jahre 67 Geburten und 134 Todesfälle zu verzeichnen. Dies sei eine Erscheinung, die gar nicht ernst genug genommen werden und die nur behoben werden könne durch eine neue geistige Einstellung der jüdischen Bevölkerung. Der Redner gedachte am Ende seiner Ausführungen des großen Lessing, dessen 200. Geburtstag in diesen Tagen gefeiert werde und schloß mit dem Wunsche, daß die Gemeinde München weiter blühe und gedeihe und die Arbeiten der gemeindlichen Kollegien einen fruchtbaren Verlauf nehmen mögen. Im Rahmen der gemeindlichen Lehrkurse hält Herr Dr. Willy Meyer (Nürnberg) am Mittwoch, dem 13. Februar, abends 8.15 Uhr, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, Rückgebäude, seinen 5. Vortrag über Spinoza mit dem Thema „Willenslehre, Staatsphilosophie". Universität München. An der Münchner Universität ist auf Veranlassung des Ordinarius für semitische Philologie Professor Dr. G. Bergsträsser, eine Dozentur für die Wissenschaft vom Judentum errichtet worden. Zum Dozenten wurde Dr. Prys, der den Lesern unserer Zeitung als unser Mitarbeiter bekannt ist, ernannt. Die Wissenschaft vom Judentum erhält damit an der Münchner Universität erstmals eine offizielle Vertretung. Hebräischer Theaterabend. Es wird heute schon darauf aufmerksam gemacht, daß Samstag, den 16. Februar, abends 8 Uhr, im Steinickesaal ein sehr interessanter hebräischer Theaterabend mit nachstehendem Programm stattfindet. DerVorverkauf hat bereits begonnen Karten zu RM. 3.30, 2.20, 1.60,1.10 im Vorverkauf bei Ewer-Buchhandlung, Ottostraße 2. Tel. 52407; D. Goldberg, Schwanthalerstraße 24, Tel. 596719; A. Gidalewitsch, Müllerstraße 42. Tel. 22973; S. Orljansky, Neuhauser Straße 29, Tel. 90561; Zionistische Ortsgruppe, Herzog-Rudolf-Straße 1, Tel. 297449. Kategoriekarten zu RM. —.60 nur an der Abendkasse. Komitee der hebräischen Sprachkurse München. Programm: 1. Kol. Jakow. Text von Schklar. Musik von Eli Jakobson. Gesungen von Frau Sonia Ziegler. Am Flügel der Komponist. 2. Im Schemesch. Von Bialik. Vorgetragen von M. Fischer. 3. Hebr.Lieder. Von Bialik Czernichowski. Musik von Engel-Almann. Gesungen von Frau Sonia Ziegler. Am Flügel Jos. Ziegler. 4. Beir haharegah. Von Bialik. Vorgetragen von M. Fischer. 6. Fantasie über jüdische Motive von Eli Jakobson. Am Flügel der Komponist. Pause. 6. Hajowel. Von Achikam. Lustspiel in 1 Akt. Regie: M. Fischer. 7. Al-Haschchitah. Von Bialik. Sprechchor. Handwerkssiipendien Die Freiherrlich von Rast'sche Stiftung verteilt alljährlich an Handwerkslehrlinge Stipendien, wobei stiftungsgemäß auch zwei israelitische Lehrlinge zu bedenken sind. Bei der diesjährigen Verteilung am 28. Januar wurden die Lehrlinge Albert Wolf (Metzger) und Joseph R i p st e i n (Bauhandwerker) durch Stipendien ausgezeichnet. Die Überreichung der in einem Gebetbuch und in einer Geldgabe bestehenden Preise fand in den Räumen der Kultusgemeinde statt. Bei der kleinen Feier hielt Rabbiner Dr. B a e r w a l d eine Ansprache, in der er auf den aus der Verbindung von Gebet und Arbeit kommenden Segen hinwies. Der Vertreter des Stiftungskuratoriums, Herr Buchbindermeister Schmidt, übergab sodann mit Worten der Ermunterung die Preise an die beiden Lehrlinge. Israelitische Lehrerbildungsanstalt würzburg Das Kuratorium der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg übermittelt uns zum Abdruck die nachstehende Erklärung: Die Israelitische Lehrerbildungsanstalt wurde im Jahre 1864 von dem weltbekannten, überall in jüdischen Kreisen hochverehrten Distriktsrabbiner Seligmann Bär Bamberger seligen Angedenkens gegründet. Die Anstalt wurde als eine ausgesprochen orthodoxe Schule ins Leben gerufen und ihr Gründer hat in dem Statut seiner Anstalt diese Tendenz und diesen Charakter als unumstößlich und unveränderlich festgelegt. Der hier in Betracht kommende Paragraph des Statuts lautet folgendermaßen: „Das Kuratorium, welches erstmals von dem Gründer Rabbiner S. B. Bamberger seligen Angedenkens berufen wurde, muß laut dessen Verfügung aus Männern zusammengesetzt werden, die in Leben und Schrift auf dem Boden des überlieferten gesetzestreuen Judentums stehen. Von den Mitgliedern des Kuratoriums sollen, wenn möglich 4 dem Rabbinerstand, einer dem Lehrerstand angehören." Mit dieser Satzungsbestimmung ist dem Kuratorium für alle Zeiten der Weg vorgeschrieben, den es in der Führung und in der Ausgestaltung der Anstalt zu gehen hat. Nur von dem Geiste und dem Sinn dieser Bestimmung lassen sich die Mitglieder des Kuratoriums leiten, und es gilt ihnen als selbstverständlich, daß die Israelitische Lehrerbildungsanstalt bei Außerachtlassung dieser Satzung zu existieren aushören muß. Sie wäre nicht mehr das Kind ihres ehrwürdigen Begründers. In keinem Stadium ihrer Entwicklung ist die. Anstalt von dieser Linie abgewichen. Alle Kuratoriumsmitglieder würden sich in ihrem Gewissen gezwungen fühlen, ihr Amt niederzulegen, wenn das Ansinnen an sie gestellt werden sollte, von der strikten Jnnehaltung dieser Bestimmung abzuweichen. Auch bei der Neuschaffung eines Beirates neben dem offiziellen Kuratorium, von der die Öffentlichkeit Kenntnis genommen hat, ist die Gültigkeit dieser Satzungsbestimmung nicht im entferntesten berührt worden. Der Beirat ist von dem Kuratorium beschlossen und in den Statuten verankert worden aus dem Gefühl der Gerechtigkeit heraus gegenüber weiten Kreisen der bayerischen Judenheit, die in anerkennenswerter Weise seit Jahren für die israelitische Lehrerbildung Mittel zur Verfügung stellen, ohne daß ihnen auch nur das geringste Mitbestimmungsrecht auch in Fragen nichtreligiöser Natur innerhalb der Anstalt gegeben gewesen wäre. Der den Beirat betreffende Passus der Statuten geht dahin, daß neben dem Kuratorium, wenn es durch besondere Umstände im Interesse des Seminars geboten erscheint, auf Grund eines Kuratoriumsbeschlusses ein Beirat tritt, „der aus höchstens 4 vom Kuratorium MAX NEUMAYER Kraftfahrzeuge, KaulbachstraBe 82/86 (Nähe Siegestor) Telephon 33 8 23—24 OPEL / STUDEBAKER Vertretung / Spezial«Reparaturwerkstätte / Günstige Ratenzahlungen