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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-06-15 · 11 (15.6.1928) · p. Seite 163

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
11 (15.6.1928)
Article
Der diesjährigen Verbandstagung zum Willkommensgruß!
Date
1928-06-15
Page
Seite 163 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 11 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 163 Suche nach einem Zufluchtsorte eingewandert oder eingeschlichen aus dem flachen Lande in die befestigte Stadt, wo sie, mit dem Vorbehalt federzeitiger Aufkündigung, einen befristeten Schutz fanden. Erft feit Mitte des siebzehnten Jahrhunderts stabilisieren sich ihre Verhältniffe nach außen und nach innen. Als Ende April 1699 infolge einer Getreidenot in Bamberg eine Plünderung der Iudenhäuser ausbrach, die im darauffolgenden Wonnemond, geschürt durch künstliche Hetze, in etwa sechsunddreißig Ortschaften des fürftbischöflichen Ländchens sich fortsetzte, ließ die Regierung die bewaffnete Macht aufmarschieren und scharf schießen, die zusammengerotteten Banden gefangennehmen oder zerstreuen. Und da sogar Adelsschlösser, wohin Juden ihre Habseligkeiten geborgen, vom Pöbel angegriffen und geplündert wurden, wurde durch Vermittlung und auf Veranlassung des damals in Nürnberg tagenden Konvents der fränkischen Stände auch der militärische Beistand der Nachbarländer aufgeboten. Unter Hinweis auf diese Vorgänge hat dann 1701/02 der damals regierende Fürstbischof von.Bamberg und Mainz wiederholt seinen großen Einfluß am kaiserlichen Hofe in Wien gegen das Erscheinen der Schmähschrift von Eisenmenger in die Wagschale geworfen. Aus dem achtzehnten Jahrhundert sind Ereignisse von allgemeinem Interesse nicht zu berichten. Der betriebsame Apparat der Gesetzgebung richtete, unter Ausschließung der Juden von Almemor und hl. Lade in der ehemaligen Synagoge Bamberg Titelblatt des Sepher Tekanoth der Chewra Kadifcha zu Bamberg vom 14. Adar 1778 Gezeichnet von Abraham ben Joel Schwanz «WJWI Mfe* Tnvni>jnmAira&i{«:i iwap'Krts-o’ua i ’ w'jvraw ' Handwerk und Landwirtschaft, auf dem Gebiete des Handels und Wandels immer höhere Schranken auf, an deren Niederlegung die Vorkämpfer der Emanzipation im neunzehnten Jahrhundert sich lange abmühen mußten. 4. Innergemeindliches Während dieses letzten Zeitabschnittes ihrer Ortsgeschichte konzentriert sich die neue Iudensiedelung im Zinkenwörth, insbesondere in der Generalögasse, die um das Jahr 1600 die neue Iudengasse hieß. In dieser mietete die noch nicht aus zehn Familien bestehende Gemeinde um die Mitte des siebzehnten Jahrhunderts das Rückgebäude eines Hauses (fetzt Nr. 15) und richtete darin eine „Schul" ein. Ein als Folge der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse auftauchender Plan zur Errichtung eines neuen Ghettos in der Gegend des damaligen Trudengartens, wo die bösen Hexen verbrannt wurden, und zur Erbauung einer neuen Synagoge an der Stadtmauer „ganz einsamb und ä part" wurde gelegentlich eines Regierungswechsels 1693 aufgegeben und 1694 konnte die Gemeinde ihre Synagoge als Eigentum vom Stadtmagiftrat käuflich erwerben. An Stelle derselben wurde im Jahre 1853 eine neue Synagoge erbaut und am 5. November durch den Distriktsrabbiner W. Cohn von Baiersdorf eingeweiht. Die Entwicklung der Gemeinde wurde durch gesetzliche Verordnungen von außen eingeschränkt und aufgehalten. Bereits im Jahre 1737 zählte man sechzig jüdische Haushaltungen und auf

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