Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 11 (11.11.1927)
- Article
- Hebräische Büchereien im Gebiete des heutigen Bayern
- Date
- 1927-11-11
- Page
- Seite 329 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2727810-2727836-2727848-2732164--02553-2732260- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 11 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 329 ferner zwei Flechtwerkschließen; die größeren Formate haben meist noch se eine an der oberen und unteren Schmalseite. In den weitaus meisten Fällen sind die Schließen heute leider abgeschnitten. Fast alle Bände weisen ziselierten Goldschnitt auf. Da die Bücher in der weitläufigen Fuggerschen Bibliothek nicht standen, sondern auflagen, wurde auf die Ausstattung des Buchrückens keine große Sorgfalt verwendet. Dieser zeigt zumeist lediglich ein einfaches Rautenmuster in Blindpressung. Die in Gold eingepreßten Signaturen bestehen, wie wir sehen, nur aus Buchstaben, nicht auch aus Ziffern. Die Fach- oder Inhaltsbezeichnung, die bei den späteren Bänden fehlt, ist nicht als bibliothekarische Fachbezeichnung gedacht, sondern geht neben der Signatur zur Kenntlichmachung oder als Andeutung des Inhalts des Werkes einher. Man verwendete bei der Signierung der grüngebundenen Hebraiea — ohne Rücksicht darauf, ob es sich um eine Handschrift oder um einen Druck handelte — zunächst die einzelnen Buchstaben des lateinischen Alphabets, also A, B, C usw. Die hinzukommenden Bücher erhielten dann die einzelnen Buchstaben der Reihe nach doppelt, also AA, BB usw., dann dreifach usw. Hartig hat sechs solche Reihen feftgeftellt. Von den zur Vollständigkeit aller Reihen fehlenden vierzehn Werken habe ich zwei auf der Bayerischen Staatsbibliothek selbst, vier auf der Münchener Universitätsbibliothek aufgefunden, so daß dieser Teil der Fuggerschen Bibliothek bis auf acht Bände wiederhergeftellt ist — in Anbetracht der 350 Jahre, die seit dem Übergang der Bibliothek an den bayerischen Staat oder an dessen Herzog vergangen sind, ein schönes Zeugnis für die Sorgfalt, mit der die •"dwhSm -n;y. ' :r MW- v rs'nssSfcw "w rvaW •*£< " W jwyvSd van* f?.‘ * — fiC. \<T-*vr1 r»n- :'*»».*♦*• V-. -_ . - ' Abb. Nr. 5. Die Nachschrift des Schreibers der berühmten Raschihandschrift aus Fuggerschem Besitz. Darunter Verkaufsbestätigung. (B. St.-B. Ch. 5.) ■**?!» ■vfelO ^3- , \xn JW« TOT? J V st» vtft ihr* 3>o T>»t t» iofnf' v* frvb. nMrMtvnnTMirr^ij topjnmrso. ww«o^usmr«i\ u“?ja w rto n» Hxr v1^' JVWgltnStuWwHgVl iäiojrwiju;TPTO» IW •v^^njfSrmrirSrTJ> r> WBi innen» s wuayoo jjEpiF cw-tuo j-o-q'lgaB 9) x^t mr>o«*'• r* wjr,s/5f>S?’ '=’*’• P3 dns piw artet .wl snrp* ®i!S8b^' I!n->r> aaa'H'Moä" un> j I 'X&fpi T7aBR.T\lrvtia»Vs»ro(-\sWii Vjj \tn> rrz Abb. Nr. 6. Eine Seite aus der Fuggerschen Raschihandschrift. Bibliothek die ganze lange Zeit hindurch verwaltet wurde. Die noch fehlenden Bände sind wahrscheinlich ebenso wie die heute der Universitätsbibliothek gehörigen vier Bücher zu einer Zeit, da man die Herkunft der Bände noch nicht kannte, als Dubletten weggegeben worden. Neben der lateinischen Signatur tragen aber die Bände bis A3 auch eine hebräische Signatur, wie wir eine solche auf Abbildung Nr. 1 bemerkt haben. Ebenso wie die lateinischen Buchstaben wurden die Buchstaben des hebräischen Alphabets auf die Bücherreihen verteilt, so daß, von irrtümlichen Signierungen abgesehen, der erste mit A bezeichnte Band den ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets, s, als Signum erhielt, Band B den zweiten, 2, usw. Dabei konnte natürlich keine Rücksicht auf Lautähnlichkeit oder Verwandtschaft des lateinischen mit dem ihm gegenüberftehenden hebräischen Buchstaben genommen werden. Da das hebräische Alphabet bekanntlich nur zweiundzwanzig Buchstaben zählt, aber dreiundzwanzig lateinische Buchstaben zur Verwendung kamen, signierte man bei der ersten Reihe bei Signatur T ohne ersichtlichen Grund zweimal 2. Wie man sich bei der zweiten Reihe half, ist nicht festzuftellen, da hier heute ein Band fehlt und sich die zweiundzwanzig hebräischen Buchstaben gerade auf die noch vorhandenen zweiundzwanzig Bände verteilen. Von B3 an weift mit dem Fortfall der hebräischen Signatur die aufgepreßte hebräische Inhalts- oder Titelangabe allerdings gleichzeitig noch eine auffällige Änderung auf. An Stelle der bisher gebräuchlichen primitiven Typen, die z. B. kein “r kennen, so daß statt Ertsmö stets □,£,'ns zum Vorschein kommt, (siehe Abb. Nr. l), tritt eine deutlichere, schärfere Type, ohne