Mannheim
Compact Memory

Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1927-11-11 · 11 (11.11.1927) · p. Seite 328

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
3 (1927)
Issue
11 (11.11.1927)
Article
Hebräische Büchereien im Gebiete des heutigen Bayern
Date
1927-11-11
Page
Seite 328 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2727810-2727836-2727848-2732164--02552-2732259
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

328 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. I I lü mm mm lichen Gelehrten in weit höherem Maße als vorher und auch als heute Eingang verschaffte. Eine wichtige Rolle spielen in der Fuggerbibliothek die E i nbände, die deshalb ausführlicher behandelt werden müssen. Der häufigste Einband der Gesamtbibliothek ist ein weißer Schweinslederband auf Pappe mit Blindpressung. Daneben gibt es, hauptsächlich für griechische Werke, ungefähr zweihundert rote, auf Holzdeckel gearbeitete Lederbände und schließlich ungefähr hundertzwanzig fast ausschließlich bei hebräischen Handschriften und Drucken verwendete grüne Lederbände, die gleichfalls über Holz gezogen sind. Unsere Abbildungen Nr. 1 und 2 zeigen einen solchen dunkelgrünen Maroquineinband. Von den zwei aus Gold- und Vlindpressungslinien gebildeten Rechtecken ist das äußere mit Blütenftempeln und -blättern an den Ecken verziert, das innere in den Ecken mit Fleurons versehen. Im inneren Rechteck steht eine Art Raute, die von gewundenen goldgepreßten Linien gebildet wird. Ein Doppelkreis in der Mitte umschließt beim Vorderdeckel (Abb. Nr. 1) die in hebräischen Buchstaben wiederum mit Gold gepreßte Bezeichnung der Disziplin (Midraschim), dem der Inhalt des Buches zuzurechnen ist. Uber und unter dem Doppelkreis befinden sich in hebräischer und lateinischer Schrift die Signaturen, die noch zu besprechen sein werden. Der Hinterdeckel (Abb. Nr. 2) hat im Doppelkreis an Stelle der Inschrift ein stilisiertes Wappenschild, von Prof. Glauning, dem Direktor der Leipziger Universitätsbibliothek, der die Fuggerbände in anderem Zusammenhänge behandelt hat, als „Rollwerkkartusche mit rechts abgebogener unterer Spitze" bezeichnet. Unsere Abbildung zeigt Abb. Nr. 3. Beispiel für die Titelausführung in den für Fugger hergestellten hebräischen Handschriften (B. St.-B. Ch. 7) bewerteten Bestände in den Händen des Herzogs in München befanden, der fie seiner Hofbibliothek, der heutigen Bayerischen Staatsbibliothek, einverleibte. Und wiederum galt es wie vorher bei der Widmanftetterschen Bibliothek als eine wertvolle Besonderheit der neuen Erwerbung, daß sie eine große Zahl hebräischer Handschriften und Drucke enthielt. Es ist das Verdienst Otto HartigS, des Hiftoriologen der Münchener Staatsbibliothek, wie über die gesamten Fuggerschen Bestände und ihre Geschichte, so auch über ihren hebräischen Teil nach jahrhundertelanger Ungewißheit Klarheit geschafft zu haben. E i n Unterschied in der Entstehung des hebräischen Teils der Fuggerschen Bücherei und der übrigen, deutschen, lateinischen und griechischen Bestände ergibt sich allerdings mit größter Deutlichkeit: Eine persönliche Verbundenheit des Erwerbers mit seinem Buche ist nirgends zu bemerken. Wie wir schon oben sahen, erlernte Fugger nicht einmal die hebräische Sprache und wenn wir den nicht langen, aber vielverschlungenen Lebensweg Johann Jakobs überblicken, müssen wir feftftellen, daß kein jüdischer Vertreter jüdischer Gelehrsamkeit, kein Theologe und kein Philosoph, kein Mediziner und kein Mathematiker, kein Kabbalist und kein Sprachforscher jemals mit ihm in nähere Berührung gekommen zu sein scheint, obwohl sich gerade in Italien Gelegenheit dazu geboten hätte. Daß Johann Jakob trotzdem eine so reichhaltige und wohlgeordnete hebräische Bibliothek — keinen Haufen einzelner Bücher — sein Eigen nannte, war mehr als etwa die Laune eines Geldfürften. Es war berechnete Einstellung auf die Forderung seiner Zeit, die den hebräischen Studien bei chriftwf j»w ptm Jn**!i< t>* P' »pa» jux; Srmjto&wir pp 7",'?>?r.?)f-P W«' TW# pJp) Pvfi?) pjyuoi/t) w i»)V -pkM j*J*p VW» fm» W p?pj> pftjhypr*, ivbü» tsv «ek/wAyty s'AV py nrpi» rar) hm? rü aipjn&jtQfffiä}' xii? tinpstfapb otvijJw ■Jv -**» er) pw aut ptpsvjajfiaa irn? (pp.) h!,'!*'*' o<< uvrt' p; p*aw pjp Jp umpti)? ttfti ippvy JrwiSitipw tjxP pj[p? w* y>p? pP/VW* ">l£p ' U 0 OVPP stv? «r>j? j-rysp) mp-tbpSuwpqwrqw p yroiv?»?a»! wwo «sijpf ppp 6W<»?p.»rw'l?tpW “>iP‘ vix>?r?Y •?) -yyotf?)) &p?r*otpi in«/ ism )•&>*?>¥ ->üf3>s Jrd m? mivyffaob bf ww'/övfrip v> w Jp)»> ZP# m» tp-> h*-» jwjss Q'tisb'ü? Abb. Nr. 4. Eine der von dem Arzte Eleasar Parnas mit der linken Hand geschriebenen Handschriften (B. St.-B. Ch. 302).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.