Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 6 (22.6.1927)
- Article
- Bericht über die Verhandlungen der 5. Tagung des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden am 13. und 14. März 1927 in Fürth
- Date
- 1927-06-22
- Page
- Seite 191 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 6 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 191 dings ernst damit gerechnet, auch den Dienstag mit einzubeziehen. Ich möchte folgendes,sagen: Der Gedanke des Verbandes ist so erstarkt und die Arbeiten des Verbandes haben einen immer größeren Umfang angenommen, daß es eben nicht möglich ist, diese Arbeiten zu erledigen, wenn man die entsprechende Zeit nicht zur Verfügung hat. Die Evangelische Synode z. V. ist immer eine ganze Woche tätig und hat auch nicht viel mehr zu beraten. Wir werden uns auch mit dem Gedanken befreunden müssen, wenn wir entsprechende Arbeit leisten wollen, müssen wir uns auch die entsprechende Zeit dazu nehmen. Wir kommen nun zu dem konkreten Fall. Es ist nicht möglich, eine solche Arbeit, die soviel grundsätzliches in sich schließt, wie die Mustersatzung, in dieser knappen Zeit, die uns noch zur Verfügung steht, in nur einigermaßen befriedigender Weise zu erledigen, wie dies der Würde, dem Ansehen, und der Bedeutung des Verbandes entsprechen würde. Ich möchte deshalb vorschlagen, daß wir im Herbst eine außerordentliche Tagung einberusen. Ich lade die Herren hierzu in eine Sitzung nach München ein, die sich ausschließlich mit der Mustersatzung befaßt. Dies schließt aber nicht aus, daß vor dieser endgültigen Stellungnahme schwierige Fragen noch im kleineren Kreis durchbesprochen werden. Dazu wäre der Versassungsausschuß mit den Mitgliedern des Rats einzuladen; für die Tagung selbst haben wir eine ganze Reihe von Punkten, die erledigt werden müssen. Das ist vor allem der Etat und ich möchte Vorschlägen, daß wir unmittelbar nach der Mittagspause uns mit dem Etat und den hier einschlägigen Fragen befassen. Des weiteren haben wir noch das Referat von IR. Dr. Hammel über den Reichsverband und die Arbeitsgemeinschaft der süddeutschen Verbände zu hören. Ob es wünschenswert ist, hierzu eine eingehende Debatte zu haben, möchte ich dahingestellt sein lassen. Nach den Ausführungen des Referenten dürfte es sich empfehlen, daß je ein Redner jeder Partei die grundsätzliche Stellungnahme der Partei bekundet. Ich möchte vom Standpunkt der Verbandsleitung aus Wert darauf legen, daß die Stellungnahme durch eine einmütige Erklärung von Rat und Tagung gedeckt wird. Wir haben dann weiter noch kleinere Vorlagen, die unsere Zeit vollkommen ausfüllen. Ich möchte deshalb den Herrn Vorsitzenden bitten, in diesem Sinne die weitere Geschäftsleitung vorzunehmen. Oberlehrer S t o l l (Würzburg): Ich möchte anfragen, ob es nicht möglich wäre, die Sondertagung etwa schon im Mai einzuberusen, denn erfahrungsgemäß wird es im Sommer und im Herbst schwer sein, die Abgeordneten zusammenzubekommen. RA. Jung (Nürnberg): Ich danke dem Herrn Präsidenten, daß er für die Wünsche der Tagung und des Rats soviel Verständnis an den Tag gelegt hat. Ich möchte noch eine Anregung in bezug auf die Vorbereitung geben. Die einzelnen Fraktionen sollen Anträge zur Mustersatzung an die Verbandsleitung einreichen. Dadurch würde die ganze Behandlung vereinfacht werden. RA. Dr. Silberschmidt (Bad Kissingen): Wir wollen jetzt in die Mittagspause eintreten. (Schluß der Sitzung 1 Uhr 15 Minuten.) Die Verhandlungen nehmen am Nachmittag um 3.30 Uhr ihren Fortgang. RA. Dr. S i l b e r s ch m i d t (Bad Kissingen) eröffnet die Sitzung und gibt zunächst den Vorschlag der Parteien für die Person des Ersatzmannes für den von der Tagung bereits in den Rat gewählten KR. Braunschweiger bekannt. Durch gemeinsamen Beschluß der Parteien ist Herr Albert Dann (Augsburg) hierfür bestimmt worden. — Ich stelle hiermit seine Wahl fest. RA. Dr. Silberschmidt (Bad Kissingen) gibt weiter die von den Parteien gemeinsam gemachten Vorschläge für die Besetzung 1. des Ständigen Ausschusses, 2. des Wahlprüfungsausschufses und 3. des Revisionsausschusses bekannt, ferner die in gleicher Weife zustandegekommenen Vorschläge für die Wahl der von der Tagung zu bestimmenden Mitglieder 4. des Verfassungsausschusses, 5. des Sozialen Ausschusses und 6. des Disziplinargerichts 2. Instanz, sowie die Vorschläge der Vertreter der beiden religiösen Richtungen für die Besetzung 7. des religiösen Hauptausschusses neologer Richtung und 8. des religiösen Hauptausschusses orthodoxer Richtung. Da gegen diese Vorschläge keine Erinnerungen mehr erhoben werden, sind die vorgeschlagenen Damen und Herren gewählt. (Die Namen sind in der Bekanntmachung des Verbandes vom 6. April 1927, die in Nr. 4 der Zeitung, S. 122 ff., veröffentlicht ist, enthalten.) Der Vorsitzende fährt fort: Zu Mitgliedern des Ausschusses für die Preisregelung ritueller Lebensmittel und Bedarfsgegenstände sind vorgeschlagen worden: IR. Dr. Feuchtwanger (München), Mayer (Treuchtlingen), Frau Stark (München). Der Ausschuß soll das Recht der Zuwahl haben. Besteht hiergegen eine Erinnerung? — Ich stelle die Annahme der Vorschläge fest. Es liegt außerdem folgender Antrag der drei Fraktionen vor: „1. Die Tagung beschließt unter Vorbehalt der Zustimmung des Rats 5 Abgeordnete der Tagung in den Bewilligungsausschuß mit Stimmrecht zu wählen. 2. Als solche Abgeordnete werden gewählt: Mitglieder: RA. Dr. Rosenthal (Würzburg), Dr. Bamberger (Nürnberg), Engel (Würzburg), Schloß (Augsburg), Weil (München). Ersatzleute: RA. Dr. Oettinger (Regensburg), Goldberger (Nürnberg), Neumann (Gunzenhausen), Schwab (Fürth), Mainzer (Nürnberg)." Neu (Nürnberg): Ich glaube nicht, daß von seiten des Rats Einwendungen gemacht werden, daß die Tagung im Bewilligungsausschuß durch stimmberechtigte Mitglieder vertreten ist. Wir müssen von der Tagung aus Wert darauf legen, daß die Tagung im Bewilligungsausschuß vertreten ist. RA. Dr. Sin au er (Nürnberg): Praktisch war die Tagung im Bewilligungsausschuß bisher schon vertreten, dadurch, daß der Soziale und Bewilligungsausschuß immer gemeinsam einberufen worden sind RA. Dr. Oettinger (Regensburg): Wäre es nicht zweckmäßig, wenn wir überhaupt einen Finanzausschuß bilden würden, um den Etat vorzuberaten. Es würde die Arbeit der Tagung wesentlich erleichtern. Ich kann mir eine Körperschaft ohne Finanzausschuß überhaupt nicht vorstellen. Oberlehrer Dingfelder (München): Als Vorsitzender des Bewilligungsausschusses möchte ich erklären, daß ich die Erweiterung des Bewilligungsausschusses durch Mitglieder der Tagung für glücklich halte. Ich begrüße diesen Gedanken. Es kann nur im Interesse der Geschäftsführung liegen, wenn der Ausschuß die vorgeschlagene Erweiterung erfährt. Seidenhaus J.Haimann A.-G., München Gründungsjahr 1845 Maximiliansplatz 12 Gründungsjahr 1845 SPEZIALHAUS GROSSEN STILS FÜR SAMT UND SEIDE Geschäftsstellen: KREFELD — ZÜRICH — MAILAND - LYON — PARIS