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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1927-05-23 · 5 (23.5.1927) · p. Seite 135

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
3 (1927)
Issue
5 (23.5.1927)
Article
Hebräische Büchereien im Gebiete des heutigen Bayern
Date
1927-05-23
Page
Seite 135 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 5 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 135 Tage, ist in Abb. Nr. 1 wiedergegeben und lautet, so weit er uns angeht, in deutscher Übersetzung: Don Joseph Aben Iechaja aus Spanien, ein Mann von verehrungswürdigem Alter und einer Bildung, die ihn vor allen Juden auszeichnete, lehrte in Neapel im Hause Don Samuels Abarbanel im Jahre 1532, wo ich auch seinen Unterricht genoß, die talmudischen Disziplinen. Er lebt auch in diesem Jahre (1541) noch in Neapel. Zur selben Zeit hörte ich Baruch aus Benevent, einen ausgezeichneten Kabbalisten, der durch den Kardinal Aegidius Viterbus als erster die Kenntnis des Sohar unter, den Christen verbreitete. E s sind dies alles Männer, deren Andenken jedem Zeitalter zur Zier gereichen würde. Don Joseph schrieb außerdem wertvolle Erklärungen zum Pentateuch und klare, feinsinnige Glossen zu einigen Traktaten des Talmud. Die Erwähnung seiner Person ruft in mir die Erinnerung an meinen alten Umgang mit jenen Männern wach, die ich nur deswegen miteinander in Verbindung bringe, weil ich sie alle damals in Neapel kennenlernte. Nach der dieses Jahr (1541) erfolgten Vertreibung der Juden aus dem Königreich Neapel wählte Don Joseph Rom zu seinem Exil. Trotz seines Alters ist seine Kraft noch ungeschwächt. In Rom, dessen Ehrenbürgerrecht er später erhielt, lernte Widmanftetter den aus Afrika stammenden jüdischen Gelebrten Z e m a t u s , bei dem er hebräischen Studien oblag, sowie Arignanus kennen, der ihn beim Studium des Talmud und des Raschikommentars zur Seite stand. Der erstgenannte Name ist wahrscheinlich identisch mit dem hebräischen Namen Zemach, der letzgenannte Gelehrte war Benjamin ben Josef aus I * & . J-t/n r'il/dl' cahbrpA mfvrtorti tcrment. * vn c*£ibL! £>cr Ürtt'mor, t>yr . f JTor>lh', S~Z ' fniwf- {wliJcrÄfi/tmir i L 1—-.m-, h [itratrjUm lZ<hrtn TirtrtO*t**s*wn‘s Abb. Nr. 4. Ein anderer typischer Einband der Widmanstetterschen Bücher. (Bayer. Staatsbibl. 4» A. hebr. 293.) Abb. Nr. 3. Typischer Einband der Widmanstetterschen Bücher. (Bayer. Staatsbibl. Cod. hebr. 233.) Arignano, Mitglied des Rabbinatskollegiums zu Rom. In Venedig traf Widmanftetter schließlich 1538 den in Neustadt a. d. Aisch geborenen, später in Italien lebenden berühmten hebräischen Grammatiker Elia Levita. Sein Eintritt in die päpstlich-diplomatische Laufbahn im Jahre 1533 hinderte eben einen so vielseitigen Mann wie Widmanftetter — wir dürfen nicht vergessen, daß Widmanftetter immer auch noch juristische, lateinische, griechische, syrische und arabische Studien trieb, — nicht im geringsten an der Fortsetzung seiner wissenschaftlichen Bestrebungen. Er benutzte im Gegenteil die neuen Beziehungen, die ihm seine hohen Ämter verschafften, dazu, auch seinen geistigen Horizont stets zu erweitern. Er blieb eben, auch darin ein Kind seiner Zeit, bis an sein Lebensende Schüler, obwohl er selbst schon im Alter von noch nicht 28 Jahren in Turin Vorlesungen über griechische Literatur gehalten hatte. Nach kurzem Aufenthalt in Landshut bei Herzog Ludwig von Bayern reifte Widmanftetter 1539 im Auftrag des Bischofs von Eichstätt wieder nach Italien. Auf der Durchreise durch Siena machte ihm sein Reisebegleiter den Vorschlag, sich hier den Titel eines juris consultus, d. h. eines Doctor juris, zu erwerben. Nach dreitägigem Aufenthalt verließ Widmanftetter mit dem neuen Titel geschmückt die Stadt. Dafür soll er den bei der Ausfertigung des Diploms beteiligten Professoren vergoldete Uhren zum Geschenk gemacht haben, die ursprünglich für seinen Gastgeber Ambrosius v. Gumppenberg in Rom bestimmt waren. Dieser Ambrosius v. Gumppenberg, ursprünglich WidmanftetterS Freund, wurde später dessen heftigster Gegner, der ihn» auf der Rückkehr von einer Reise, die Widmanftetter zum Kaiser nach Gent unternommen hatte, sogar auflauern ließ, um ihn

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