Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 5 (23.5.1927)
- Article
- Hebräische Büchereien im Gebiete des heutigen Bayern
- Date
- 1927-05-23
- Page
- Seite 134 (sequence 2)
- Language
- German
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134 Bayerische Israelitische Gemeindezeituüg Nr. 5 -JoScßj Alten ^rr/«4t 'X/mrrAncLr Sent fhth'f et ev*-<Uti*-yyi$ tnjvr f-fc(r£os execKtn tis trmA*(nor*eS 'Tlalmt*(Lic&s #M6«S ClwWcfc M*rfanc£.Jltr„0 e(n'st-i JZ ^5 ce ch'<vm j^rarcefhtre 'YSu4 .'ViuAt Hc&j?oli (ec Anruf cirt JCL -d^TJ~ lodern H-mferc avu/mm ei 'hcnc^-nhxr,t*nj Opirmivm (kSa£tih*-trt, eju* frrrnuj U(roS ^Jfiasrls her ßcgicL't+m sVitcriic ryjcm Q^rdwrmlcm c(yl Stianof ‘~wl^a.vUt. SnrmA^*rto?ynceroJ ch j~/ipio Öl^jTiomA- SLinauL>ie et /IV/rtrvi'ifc_'A^rtScO- ( trt'kr ifwn '-vSuAj frvceUrÜ h*m'rribUs cU^n'S ■ ‘Htt-rrn. Scrißandu cpiu-i 'vt Wahrem \ OwrrwtS WoJmjii Symt, JX>b' mTnr» Caa*u$ hieb $Ccu U Yntmoritc fcftmb mA.yCr^%c cmn IfUnrcUy^J^ 'jtScfl Sonfsti frxivr U-c c^nyfnr^rtp Venhx-huefS CepiefSj et ArmeitLh’omrf m *71 ohwuUcvs tro^lnfaf berSpicuoS tb elcgmtcli -f-fuwj mvcmprirc. *m/i’ rC. 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Widmanstetters Persönlichkeit verdient auch vom Standpunkte der jüdischen Wiffenschast nicht nur um ihrer selbst willen eingehende Würdigung, sondern auch deswegen, weil viele bedeutende Persönlichkeiten und Ereignisse der jüdischen Geschichte jener Zeit Widmanstetters Lebensweg kreuzten. Widmanstetter wurde als Sohn einfacher Leute im Jahre 150<5 in N e l l i n g e n auf der Rauhen Alb, damals zum Gebiete der Grafschaft Helfenftein gehörig, geboren. Sein Bildungsgang ist der in seiner Zeit üblich gewordene des klassischen Humanisten. Als Knabe lernte er den berühmten Humanisten Johann R e u ch l i n , eine erfreuliche Gestalt in einer unerfreulichen Zeit, kennen, und er behielt die Begegnung zeitlebens im Gedächtnis. Auch die Persönlichkeit des bekannten Theologen und Hebraisten Sebastian Münster, der Widmanstetters Lehrer in Heidelberg war, blieb nicht ohne Einfluß auf den Jüngling. Auf der Universität in Tübingen genoß Widmanstetter bei Jakob Jonas seinen ersten Unterricht im Hebräischen, dessen Kenntnis er dann während seines ersten Aufenthaltes in Italien in den Jahren 1527 — 1559 bedeutend erweitern konnte. Dieser Aufenthalt in Italien war überhaupt für WidmanftetterS Einstellung zum HebraismuS und gewiß auch zum Judentum von entscheidender Bedeutung, da er dort mit angesehenen jüdischen Gelehrten und Hebraisten zusammenkam. Er hörte zunächst die Vorträge des greisen Kabbalisten D a t t i - l u S mit dem Beinamen HebräuS in Turin und gelangte zur Ansicht, „daß aus der jüdischen Kabbala gleichsam wie aus dem trojanischen Pferde ungeheuerliche Ideen hervorbrechen und inS Christentum eindringen". Dattilus war, da er von Widmanstetter gelegentlich mit „Rabbi" bezeichnet wird, zweifellos Jude. Der Name ist nach Ansicht des verstorbenen Rabbiner Perles in München aus DeodatuS — Iochanan entstanden und stellt den latinisierten Namen des jüdischen Mystikers Iochanan Alemanno dar. In Neapel verkehrte Widmanstetter im Hause des Samuel Abarbanel, des jüngsten Sohnes des 1492 aus Spanien vertriebenen Don Isak Abarbanel. Samuel, Finanzrat des Königs von Neapel, gleich berühmt durch seinen Reichtum wie durch seine Wohltätigkeit, war der Mittelpunkt einer kleinen, aber erlesenen Kolonie spanischer Exulanten, sein Haus ein Sammelpunkt der gelehrten Welt. Bei ihm lernte Widmanstetter weiter den spanisch-jüdischen Gelehrten Don Joseph ben David Iachja kennen, der im Hause Samuels vortrug. Widmanstetter war in der Kenntnis des Hebräischen damals schon so vorgeschritten, daß er sich von Joseph Iachja in den Anfangsgründen des Talmud unterweisen lassen konnte. Der damals in Italien herrschende Wechselverkehr zwischen jüdischen und christlichen Gelehrten brachte Widmannstetter weiterhin mit B a r u ch von Benevent bei Neapel in Berührung, der außer Widmanstetter auch den Kardinal Ägidius von Viterbo im Sohar unterrichtete. Über diese seine Lehrer in Neapel hat uns übrigens Widmanstetter selbst durch einen Eintrag auf der Rückseite des Titelblattes seines Exemplars des Iachjaschen HagiographenkommentarS, der 1558 in Bologna erschien, Aufschluß gegeben. Der lateinische, von Widmanstetter eigenhändig geschriebene Eintrag, der heute, nach 400 Jahren, genau so deutlich lesbar ist wie am ersten ' pfpiyrj p-i» o>ßJß ur<" ooptv j-joiot? ev V’30- ' «,.5' r*> *3’ZTZ : V*'* &;■ -» TU» -ner i» -or öp e» f —>njJ> •yyj»’ öi> —ro w Jjyfjrj \ fidJy er Jy cryof Sv c9 J?- r ypi ^-df. •J'zßprv ff o-rf'-’,?r eJ;• Sj>y ej> Jj> ei> jhl f—ypeß j-isp Jj> Sri o—,pf>S sjjp /J ejr' J-' - Ctrv iS '•v> ore tfiopy .jsrJo .zrroh f fjjuee ’jjn/J fr'py>f’p ' 2lbb. Nr. 2. Ein interessantes Dokument: Ein christlicher Hebraist bedient sich in einem Briefe an Widmanstetter des Hebräischen als Geheimsprache. Eigentum der Bayer. Staatsbibliothek (Oefel. Nr. 249).