Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 3 (8.3.1927)
- Article
- Die Schrift
- Date
- 1927-03-08
- Page
- Seite 66 (sequence 2)
- Language
- German
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66 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 3 So segnete Gott den siebenten Tag und heiligte ihn, denn an ihm feierte er von all seiner Arbeit, Gottes schaffender Tat. Dies sind die Zeugungen des Himmels und der Erde; ihr Erschaffensein. Der Traum Iaakobs Iaakob zog aus von Ber-Schaba und wanderte nach Charan. Da betrat er die Stätte. Er mußte dort nächtigen, denn die Sonne war gegangen. So nahm er von den Steinen der Stätte und richtete draus ein Lager für sein Haupt und legte sich schlafen an jener Stätte. Und ihm träumte: Er sah, eine Leiter gestellt auf die Erde, ihr Haupt an den Himmel rührend, und sah, Boten Gottes steigen auf ihr empor, hernieder. Sieh, da stand ER über ihm und sprach: ICH binö, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Iizchaks. Das Land, auf dem du jetzt schlafend liegst, dir gebe ich es und deinem Samen. Dein Same wird sein wie der Staub der Erde. Ausbrechen wirst du westwärts, ostwärts, nordwärts, südwärts. Gesegnet werden mit dir alle Sippen des Erdreichs und mit deinem Samen. Ich denn bin bei dir. Ich will dich hüten, wo all hin du gehst, und will dich heimbringen zu diesem Boden. Nein, ich verlasse dich nicht, bis ich vollbrachte, was ich dir geredet habe. Iaakob erwachte aus seinem Schlaf und sprach: Wahrlich, gegenwärtig ist ER an dieser Stätte, und ich wußte es nicht! Er erschauerte, und er sprach: Wie schauervoll ist diese Stätte! Hier ist nichts andres als ein Haus Gottes, und hier ist die Pforte des Himmels. Frühmorgens stand Iaakob auf, er nahm den Stein, den er zum Lager für sein Haupt gerichtet hatte, und errichtete ihn zum Standmal und schüttete Öl oben darauf. Und er rief den Namen jener Stätte Bet-El, Haus Gottes — vor Zeiten aber hieß die Stadt Lus. Und Iaakob gelobte ein Gelübde, sprechend: Wird Gott mit mir sein, und hat er mich behütet auf diesem Weg, den ich nun gehen muß, und gab er mir Brot zum Essen, Gewand zum Anziehn, und bin ich heil dann heimgekehrt zum Haus meines Vaters: so ist ER mir Gott, und dieser Stein, den ich zum Standmal aufrichtete, soll ein Haus Gottes werden, und alles v>äs du mir geben wirft, verzehnten will ichö, verzehnten dir. Der brennende Dornbusch Mosche weidete die Schafe Iitros seines Schwiegervaters, Priesters von Midjan. Er trieb die Schafe hinter die Wüste und kam an den Berg Gottes, zum Choreb. Da ließ SEIN Bote sich ihm sehen v . in der Lohe eines Feuers aus mitten dem Dorn. Er sah: da, der Dorn brennt im Feuer, doch der Dorn ist nicht verzehrt. Mosche sprach: Ich will doch hintreten und ansehen diese große Sicht — warum der Dorn nicht verbrennt. Als ER aber sah, daß er hinttat, um anzusehen, rief Gott ihm aus mitten dem Dorn und sprach: Mosche! Mosche! Er sprach: Hier bin ich. Er aber sprach: Nahe nicht herzu! Streif deine Schuhe von deinen Füßen! denn der Ort, darauf du stehst, Boden der Heiligung ifts. Und sprach: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Iizchaks, der Gott Iaakobs. Mosche barg sein Antlitz, denn er scheute, zum Göttlichen hin zu blicken. ER aber sprach: Gesehn Hab ich, gesehn das Elend meines Volks, das in Ägypten ist, ihren Schrei ob seiner Treiber Hab ich gehört, ja, erkannt habe ich seine Leiden. So fuhr ich nieder. es aus der Hand Ägyptens zu reißen, D HAUS DER QUALITÄTSSTOFF E i j N. STARK & Cil I MÜNCHEN NÜRNBERG J k KARLS PLATZ 5 LUITPOLDSTRASSE 11 Ss