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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1926-06-08 · 6 (8.6.1926) · p. Seite 175

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
2 (1926)
Issue
6 (8.6.1926)
Article
Fortsetzung und Schluss des Verhandlungsberichtes über die Tagung vom 22. Februar 1926
Date
1926-06-08
Page
Seite 175 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 6 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 175 für ihre Zwecke zugrundelegen und mit zum Aufbau verwenden möchten für ihre Länder. Es wird wohl so sein, daß unsere Beamtenordnung die Grundlage bilden wird für das Beamtenrecht in allen deutschen Ländern. Von den Baumeistern des Werkes möchte ich einen erwähnen, der mit ganzer Seele mitgearbeitet hat, Tag und Nacht: Den Vorstand des Lehrervereins, Herrn Oberlehrer Dingfelder. Ich möchte in aller Öffentlichkeit feststellen, welchen Anteil dieser Mann an der Gestaltung unseres Werkes hat. Es sei mir aber auch gestattet hervorzuheben, in welch feinfühliger Art die Rabbinerkonserenz und ihr verehrter Vorsitzender die Fragen behandelt haben und wie sie stets die Interessen der Gesamtheit in den Vordergrund gestellt haben. Daß durch das einmütige Zusammenarbeiten aller Kreise dieses Werk gelungen ist, dafür sei Ihnen der herzlichste Dank dargebracht. Nun aber möge dieses Werk sich auswirken. Mögen in einträchtiger Weise die Gemeinden und ihre Beamten zusammcnstehen zur Ehre, zum Ruhme und zum Gedeihen unserer religiösen Gemeinschaft. Mit diesem Wunsche sei unsere Tagung beschlossen! ((Starker Beifall!) Ich möchte der Tagung noch die Vertreter des Verbandes beim Ausschuß für den Reichsverband in Berlin bekanntgeben. Wir haben zwei Delegierte mit Stimmrecht zu entsenden. Der Rat hat beschlossen, noch drei weitere Herren abzuordnen. Es sind in Aussicht genommen: Justizrat Dr. Hommel und ich mit Stimmrecht, ferner Dr. Freudenthal .Kommerzienrat Joseph und als Vertreter der Tagung Dr. Oettinger. (Beifall!) Diese Herren werden sich am 14. April nach Berlin begeben. Wenn ein Herr verhindert sein sollte, so wird vom Präsidium des Rats ein Ersatzmann bezeichnet werden. Wir würden insbesondere Wert darauf legen, auch Herrn Nasenzweig dort zu haben. Wir werden nach jeder Seite die bayerischen Belange wahren, aber doch immer das jüdische Gesamtinteresse im Auge habeil. Wir sind dessen eingedenk, daß wir ein Teil des großen deutschen jüdischen Ganzen sind. Dr. I. Bamberg er (Nürnberg): Namens der drei Fraktionen der Tagung bin ich beauftragt, vor allem dem gesamten Präsidium der Tagung und besonders dem verehrten Präsidenten, Prof. Dr. Silberschmidt, namens der Tagung den herzlichsten Dank für die Geschäftsführung zum Ausdruck zu bringen. Ich möchte dies aber nicht rein auftragsgemäß erledigen, sondern darf ohne Übertreibung sagen, 'bei allen Fraktionen entspringt diese Danksagung einem innersten Herzensbedürfnis. Was wir in dieser Tagung wieder an Arbeitsleistung gesehen haben, kann sich würdig dem an die Seite stellen, was^auf den bisherigen Tagungen geschah. Aber niemals war eine so außerordentliche Energie und Klugheit aufzuwenden und so großes Verständnis für die Bedürfnisse der einzelnen Gruppen und Richtungen wie diesmal. Wenn ernsthafte Verstimmungen nicht eingetreten sind, wenn es immer geglückt ist im rechten Augenblick in feiner und taktvoller Weise zu glätten, so ist dies nur der vornehmen Art unseres Präsidenten zu danken, der immer sich mühte, mit Verständnis auf die Probleme einzugehen, Mißverständnisse aufzuklären und zu überzeugen, daß gar kein prinzipieller Gegensatz vorhanden ist, daß wir alle gemeinsam am gleichen Ziele arbeiten, um das zu erreichen, was tatsächlich einen Markstein in der Geschichte der bayerischen Judenheit bedeutet, durch die Schaffung der endgültigen Verfassung und der Bcamienordnung. Was wir hier geschaffen, das wird hinausreichen in die Geschichte und wird den Männern, die hier stehen, einen dauernden Namen schaffen in der deutschen Judenheit. Wir wollen diesen Männern danken, und der schönste Dank, den wir aussprechen können, ist: Wir haben den innigsten Wunsch. Sie noch recht lange an der Spitze der Tagung zu sehen. Gott möge Ihnen dazu seinen Segen und seine Kraft verleihen! (Beifall!) ObstLGR. Prof. Dr. Silberschmidt (München): Meine Damen und Herren! Gestatten Sie mir, Herrn Dr. Bamberger und den übrigen Herren namens des Präsidiums für die freundlichen Worte herzlichen Dank auszusprechen. Wir stehen am Ende der P" Augsburger Tagung. Sie war in seltener Weise verschönt, nicht nur durch ihre Ergebnisse, sondern auch durch die äußere Form. Diese danken wir der Kultusgemeinde Augsburg und ihrem verehrten Vorsitzenden, Herrn Dr. Strauß. Wohl jedem von uns wird die Tagung in steter Erinnerung bleiben durch die vornehme Art, in der wir die Gastfreundschaft der Kultusgemeinde genießen durften. Es war viel, was geboten wurde, vielleicht zuviel; aber die Art, wie es geboten wurde, die freundliche, feine, glückliche Art, dafür danken wir Ihnen. Ganz besonders möchte ich noch Herrn Dann danken, für die Art, wie er uns in der Synagoge geführt hat, wie er vom ersten Augenblicke, wo wir in Augsburg weilten, unseren Aufenthalt zu verschönen versucht und wie er besonders den herrlichen Festabend gestaltet hat, der unvergessen bleiben wird. Wir wollen aber auch dieser Tagung ihrem inneren Gehalte nach gedenken. Jedem von uns ist sie ein Markstein, wie er schöner nicht gesetzt werden könnte durch die erzielten Erfolge, durch die Ergebnisse, die im Judentum Bayerns und Deutschlands dauern werden. Die Tagung hat gezeigt, zu welchen Ergebnissen man kommt, wenn man verständnisvoll gegenseitig berechtigte Wünsche und Überzeugungen anerkennt. Ich danke dafür allen Teilnehmern. Damit kommen wir zu einem weiteren Punkte: Die Tagung war der Abschluß des 1. Sitzungsabschnittes unseres Verbandes. Und wenn ich heute zurückblicke auf den Augenblick, in dem ich schwersten Herzens der Pflicht nachkam, diese Stelle einzunehmen und wenn ich heute am Schlüsse die drei Fraktionen so einig sehe, so können wir nur alle aufs herzlichste Gott danken, er hat es gefügt. Er hat die Judenheit Bayerns in dieser Weise geführt. Wie ganz anders hätte es kommen können. Wenn wir auf der ersten Tagung so manches mit Befürchtung gesehen haben und wenn wir heute den gegenwärtigen Zustand damit vergleichen, wie die Juden in Bayern einig dastehen und wie sie unter Neumeyers herrlicher Führung das Verfassungswerk fest begründet haben, so können wir nicht anders, als dem lieben Gott danken, daß er die Einsicht in alle Kreise hat kommen lassen. So flehe ich den Schutz des Höchsten herab auf den Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden und indem ich diese Tagung schließe, bitte und bete ich, daß auch weiter der Schutz des Höchsten über der Judenheit stehen möge, daß wir in seiner Hut die Gefahren, die uns immer noch umgeben, bannen und daß es uns vergönnt fein möge zu seiner Ehre weiter zu wirken. Damit schließe ich die Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. (Starker Beifall!) Dr. Strauß (Augsburg): Meine Damen und Herren! Gestatten Sie, daß ich den Dank für die Gemeinde Augsburg mit tiefster Befriedigung entgegennehme und den Dank der Gemeinde Augsburg Ihnen ausspreche. Wir haben für unsere Gemeinde Wertvolles empfangen. Die Durchdringung der einzelnen Gemeinden mit dem Gedanken des Verbandes betrachte ich als einen wertvollen Gewinn der Gemeinden. Und wenn wir den äußeren Rahmen so gestalteten, daß der Verband davon befriedigt ist, so sage ich: Im allgemeinen jüdischen Interesse haben wir es als unsere Pflicht angesehen, von unserem engeren Kreise aus den weiteren Kreis zu ehren. Je mehr der einzelne Jude die Gesamtheit der Juden ehrt, desto mehr ehrt er sich selbst und das Judentum. Bei unserer großen Hochachtung vor dem Verbände und allem Jüdischen überhaupt, haben wir das einzig mögliche getan, indem wir den allerbesten Rahmen für das zu geben versuchten, was sich hier abspielte. Wir ehren uns, indem wir Sie ehrten. Und damit danke ich zum Schluß namens der Gemeinde Augsburg dem Verband und allen Anwesenden, daß die Tagung hier abgehalten wurde und hoffe, daß mir im Kreislauf der Jahre wieder die Ehre haben werden, dann möglichst viele von Ihnen wiederzusehen, die uns in diesen Tagen so lieb und vertraut geworden sind. (Lebhafter Beifall!) Schluß der Sitzung 6 Uhr 15 Minuten. HAUS DER QUALITATSSJOFFE MÜNCHEN KARLSPLATZ 5 N. STARK & Cil NÜRNBERG LUITPOLDSTRASSE H

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