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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1925-07-06 · 6 (6.7.1925) · p. Seite 91

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
1 (1925)
Issue
6 (6.7.1925)
Article
Hebräische Buchdruckereien im Gebiete des heutigen Bayern
Date
1925-07-06
Page
Seite 91 (sequence 3)
Language
German
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Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 91 Nr. 6 wert zehn, II ihr wert es selbst wohl sehn, // wenn ihr andere Tefillos besecht (besehet) derbei. // Man mag wohl sagen frei, // eö ist aso großer Unterscheid, // as zwischen einem alten Weib und einer jungen Meid. // Ich Hab sie selbst nit aso gut geschätzt, II aS ich sie itzund sich (sehe) am letzt. // Nun wollen wir bitten Gott, II der uns bis her geholfen Hot, // daß er uns weiter soll stärken wie die Leben (Löwen) II zu dem Schemuel-Buch, das wir anheben, II daß wir es bald vollenden, II und soll uns das Ichr Moschiach senden. // Wie man sieht, macht Schwarz gleich seinen zeitgenöffischen Berufsgenoffen keinen Hehl daraus, daß er druckt, um Geld zu verdienen. Seine naive Offenheit, religiöse Gesichtspunkte mit geschäftlichen Erwägungen und Reklame zu verbinden, darf uns bei der Art und Denkweise des mittelalterlichen Menschen nicht wundern. Fromme Werke zu drucken und zu verbreiten galt mit Recht von jeher als gute Tat, aber nicht an denjenigen liegt es solche Bestrebungen zu fördern, die mit ihrer Kraft religiöse Werte schaffen, sondern am Publikum, für das diese Werte geschaffen werden. Das zum Schluß in Aussicht gestellte Samuel-Buch erschien tatsächlich erstmals bald danach (Steinschneider, der dasIchenhausener Gebetbuch damals nicht kannte, vermutet 1543, tatsächlich also wohl erst 1544) in Augsburg, dortselbft auch das Buch der Könige. Beide biblischen Bücher sind in jüdisch-deutschen Reimen gehalten. Auch diese Bücher, besonders das Samuelbuch, deffen Autorschaft seit der Philologenversammlung zu Würzburg im Jahre 1869 auch ein Problem der deutschen Literaturgeschichte bildet, gehören zu den Seltenheiten der jüdischen Literatur, wie denn überhaupt die Augsburger Drucke allenthalben wegen ihrer Originalität und Seltenheit geschätzt sind, während unser Ichenhausener Druck bis zum Nachweis eines zweiten Exemplars vollends als „unicum" bezeichnet werden muß. Nicht zu den hebräischen Drucken im engeren Sinne werden im Allgemeinen die von christlichen Druckern hauptsächlich für den Gebrauch christlicher Theologen hergestellten Werke gerechnet. Auch Augsburg kennt solche Drucke, die zeitlich sogar vor denen des Schwarz liegen. Die meisten sind von dem zum Christentum übergetretenen Juden Paul Ricius, der sich auch Paulus Israelita nennt, in den Offizinen von Oeglin und Grimm angefertigt (seit 1514). Genannt werden muß jedoch besonders ein von Paulus Aemilius aus Rom (geboren war er in Rödelsee in Unterfranken) i. I. 1544 herausgegebener jüd.-deutscher Pentateuch. Auch in Thannhausen in Schwaben erschienen Ende des 16. Jahrhunderts einige höchst seltene hebräische Drucke. Dort scheinen sogar, wie der verstorbene Rabbiner Dr. Perles in München vermutete, Vorbereitungen für eine Talmud-Ausgabe getroffen worden zu sein. Nach vielen Jahrzehnten, i. I. 1669, erscheint in S u l z b a ch in der Oberpfalz, ebenfalls von Prag kommend, Isak Kohen I ü d e l s aus der Familie der Gersoniden. Wenn er selbst auch bereits bald seine Sulzbacher Tätigkeit aufgab, um im nahen WilhermSdorf eine Druckerei zu betreiben, so ist er doch der Begründer der Sulzbacher Druckereien, durch die der Name dieses Städtchens so^ bekannt geworden ist. Bis zum Jahre 1851 wurden hier hebräische Werke unter starker Bevorzugung der volkstümlichen Ritualien für den Gebrauch in Synagoge und Haus gedruckt. Die Sulzbacher Erzeugnisse waren noch lange Zeit, nachdem dort nicht mehr gedruckt wurde, in ganz Süddeutschland beliebt, obwohl sie keineswegs allen Ansprüchen an Genauigkeit und Klarheit des Drucks genügten. Wir finden im Gegenteil, daß die Drucker um das Publikum, das an die Sulzbacher Ausgaben mit all ihren Fehlern gewöhnt war, nicht irre zu machen, Fehler selbst auf dem Titelblatte, wo sie jedermann in die Augen springen mußten, in späteren Auflagen absichtlich stehen ließen. Nur durch die Volkstümlichkeit der Sulzbacher Ausgaben auf der einen Seite, andrerseits durch die geringen Auflagen ist es zu erklären, daß nicht nur ältere Werke, sondern auch solche aus dem 19. Jahrhundert so selten geworden sind, daß selbst ein so gewissenhafter Bibliograph wie Diftriktsrabbiner Dr. M. Weinberg in Sulzbürg (Oberpfalz), der die Sulzbacher Drucke und ihre Geschichte in vorbildlicher Weise beschrieben hat, manche dieser Werke nicht feftftellen konnte. Der Sulzbacher Druckperiode kann nicht gedacht werden, ohne gleichzeitig den edlen Fürsten zu nennen, deffen hochherziger und menschenfreundlicher Sinn und ernstes wissenschaftliches Das letzte in Wilhermsdorf gedruckte Werk: Der vierte Teil des Schulchan. Aruch in Folio (1739). Verkleinerte Wiedergabe des Titelblattes. 'atu m jxro p'jn *S> "''*** 1*° r» ppTOnjm cn-cto oro-nc fprfrri p'X o» o»£ flfljn | G£}1JÖ?p6) pijTJ prctfT.TiS? fc j « kn »oovk | rpn: Tenn u»sro jtfwos RTIR' luKny yis'^->'s - ts »npn reff* ns'jswn po t^tru ru« na jo'-rsi r« ne jab ■ rm ort« ewn » tpsnrm-rtxn m» oy ijnV* irreal** vrnww wann pt» onvtosi ffiva' mi Ten ’ax . DETU fpsn enmnH'Ti pp ns wrwn p v» ppnsn^ Cm -mm -k-Mia

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