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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1937-01-01 · 1937 · p. Seite 13

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 13 (sequence 20)
Language
German
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IRI
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Bedingung• 13 Kapitel 2: Formen der Bedingung. a) Die Bedingungsform: אם♦ Die älteste Form der Bedingung ist ״ אםwenn“ (si), und die Bibel kennt keine andere Form außer dieser. Durch die Benutzung der Form allein scheint in biblischer Zeit der Charakter der Bedingung noch nicht eindeutig bestimmt gewesen zu sein (wenn man aus den spärlichen Quellen überhaupt Schlußfolgerungen ziehen darf). Als aber in der Mischnazeit neue Formen für die Bedingung entstanden, war man bestrebt, die Formen gegeneinander abzugrenzen und jeder von ihnen eine bestimmte Bedeutung zu geben. So wurde festgesetzt, daß eine Bedingung mit der Form אם einen suspensiven Charakter hat10. Zwar regte sich noch mancher Widerspruch gegen diese Festlegung der Benutzung von אם bis in die amoräische Zeit hinein* 11, jedoch wurde sie von den meisten Tannaiten und Amoräern anerkannt, obwohl man aus der Bibel das Gegenteil beweisen könnte, da die Bedingung in Num. 32, 29—30 eine resolutive ist12. Gleichzeitig bemühte man sich auch, im Anschluß an die biblische Bedingung bestimmte Regeln für die Gültigkeit einer Bedingung überhaupt aufzustellen, wobei in bezug auf die Form ״wenn“ Meinungsverschiedenheiten zwischen Babli und Jeruschalmi sich feststellen lassen. Nach dem Babli sind nämlich alle abgeleiteten Gesetze nur für die Bedingung mit der Form אם bindend13, während der Jeruschalmi gerade eine Bedingung mit der Form אם von allen diesen Formalitäten befreit14. Beide Talmude stützen sich bei ihren Auffassungen auf die biblische Bedingung, nur ist ihre Schlußfolgerung verschieden. Der Babli scheint zu seinem Ergebnis auf dem Wege einer rein formalen Betrachtungsweise zu gelangen: Da nämlich die biblische Bedingung die Form אם hat, andererseits aber alle Regeln für die Bedingung von ihr abgeleitet werden, so sind diese Erfordernisse nur für diejenigen Bedingungen bindend, die אם bei sich haben. Der Jeruschalmi dagegen geht mehr auf das Wesen der biblischen Bedingung ein und stellt fest, daß sie resolutiven Charakter hat. Da aber אם jetzt nur bei Suspensivbedingungen gebraucht 10 M. Git. VU, 8: ״הרי זה גיטך אם לא באתי מכאן ועד י״ב חדש, ומת בתוך ייב חדש איבו גט 11 T. Git., V, llr ed. Z., S. 332; Git., 76a; j. Nedarim, ID, 6, 38a. 12 Vgl. R’ABD. zu ,Alfasi Besah, II, § 882 und s. weiter unten S. 22 ff. 13 S. Mag. Mi, ,Ischuth, VI, § 17. 14 J. Qid., DI, 3, 64a, Zeile 8 f., wo כלאחר anstatt כי לא אחד zu lesen ist; vgl. RMBN. in מלחמת ה׳ zu ,Alfasi, Besah, II, § 882.

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