Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1936
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 51)
- Language
- German
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28 E. Urbach zu, daß der Verfasser der T. zu RH. ein Schüler des Isaak aus Dampierre war. Die einzige Schwierigkeit, welche uns entgegentritt, ist der Umstand, daß Isaak der Alte, welcher doch in den sonstigen T. außerordentlich häufig zitiert wird, kein einziges Mal in den T. zu RH. mit Namen genannt wird. Auch diese Schwierigkeit wird aber behoben, wenn wir uns nochmals den Entstehungsprozeß der T. vergegenwärtigen. Die T., wie gesagt, waren Aufzeichnungen der literarischen Tätigkeit der verschiedenen Schulen. In so einem Heft mit Aufzeichnungen, welche die Schüler ausgearbeitet haben und welche meist die Erklärungen des Lehrers enthielten, war dessen Namen selten oder überhaupt nicht zu finden. Dies war auch nicht nötig, da es doch allgemein bekannt war, daß die betreffende Sammlung eigentlieh das Werk des Lehrers ist. Diese Eigenart tritt uns auch in den T.-Sukka entgegen. In diesen T., deren Autor, wie wir nachgewiesen haben, Simson b. Abraham war, wird Isaak der Ältere kein einziges Mal zitiert. Daß Simson überhaupt keine Entscheidungen und Erklärungen des Ri benutzt hätte, ist unwahrscheinlich. Wir müssen daher sowohl in bezug auf T.- Sukka, wie auf T.-RH annehmen, daß es sich dabei zum Teil um Ausarbeitungen der bekannten Ri-T. handelt. Auch die T.-Ascheri zu Ket., welche doch auf den Ri-T. fußen126, haben kein einziges Mal den Namen Isaaks aufzuweisen, was uns nur in unserer Annahme bestärken kann. Die T. zu RH sind demnach die Arbeit eines Gelehrten aus dem Kreise Isaaks des Alteren, welcher die Vorträge des Meisters aus Dampierre wörtlich in seine Sammlungen übernommen hat und daher seinen Namen überhaupt nicht erwähnt. Über den Namen des Redakteurs, von dem — oder der Schule, in der — die u. T. zu RH ihre endgültige Form erhalten haben, belehrt uns Abraham b. 6Ezri’el aus Böhmen. Sein handschriftlich erhaltenes Buch ‘Arugat Habösem127 enthält eine wörtliche Wiedergabe von u. T. RH 21b s. v. מל שני und leitet dies Zitat mit den Worten: והקשה הר׳ שמשון נ״ס ein12*8. Das gleiche ist der Fall bei u. T. 21b s. v. 129 על ניסן und 126 VgL o. S. 12 Anm. 28. 127 Verfaßt im Jahre 1243. Ich konnte das Ms. Rom Vat. 301 benutzen. Dieser Codex, auf dessen Existenz zum erstenmal Berliner im Magazin I S. 2 ff. hingewiesen hatte, fand noch keine eingehende Würdigung. Dies soll bei anderer Gelegenheit geschehen. Über den Codex Merzbacher, der einen Teil des Werkes enthält, handelten Perles in MGWJ Jahrg. 1877, S. 360 ff. und Kauffmann ebdi. Bd. 31 S. 316 ff. 128 Ms. 90a. 129 ebd. 93a.