Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1936-01-01 · 1936 · page 48

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1936
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2720904-2721065--47-2727703
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Bestandteile und Abfassungszeiten unserer Tossafot 25 nähme, daß unsere Sammlung in der Touqes-Schule zustande gekommen ist, und daß vielleicht ihr Redakteur Eliezer selbst, der sich besonders auf die Arbeiten seines Lehrers Jehfel93 aus Paris stützte, gewesen war. E. Joma. Der Redakteur der T. zu diesem Traktate ist genau bekannt. Er ist kein anderer als der berühmte Meir aus Rothenburg. Der Inhalt von u. T. 54b. s. v. כרובים, wo mit den Worten: נשאלתי טל אותם . . . והשיבותי begonnen wird, deckt sich vollständig mit einem Responsum Me’irs, welches in mehreren Sammlungen enthalten ist94. In diesem T. erwähnt Me’ir seinen Lehrer Samuel b. Salomo95, Jehfel aus Paris96 und Samuel B. Menahem9T. Die Abfassungszeit der T.-Joma fällt ungefähr mit der der Pesahim- T. zusammen und trotz der Verschiedenheit der Redakteure, wie auch der Länder, in denen sie gewirkt haben, besteht doch eine Verwandtschaft der Quellen98. unsere Sammlung als T. schlechthin bezeichnet (einmal sogar als וזנוספות דידן im Gegensatz zu תום' בכריות es handelt sich dabei um 116a s. v. צריך). Im Kreise des Isserlein, der Lehrer des Verfassers von L. J., scheint sich die Touqes-Sammlung durchgesetzt zu haben, während noch Jehuda b. ,Elfezer hauptsächlich, wie wir sahen, die Sens-T. benutzt hat. Das beweist auch MJ. Ms. Vat. Urb. 21 S. 67a, wo eine große Partie aus T. S. angeführt wird, die in u. T. überhaupt fehlt. Vgl. noch L. J. I S. 74. Im 13. und noch im 14. Jahrh. waren die T.S. die am meisten studierten, im 15. dagegen scheinen ihnen die T. T. den Platz strittig gemacht zu haben. 93 Über das Leben des großen T.-Redakteurs sind wir sehr schlecht informiert. Unser Ergebnis, daß Eliezer aus Touqes ein Schüler des Jehfel war, ist durchaus möglich. ,Elfezer war nämlich ein Neffe des Hizqija aus Magdeburg und lebte um die Mitte und in der zweiten Hälfte des 13. Jahrh. (vgl. L. J. II 39 und Wellesz in REJ, LX S. 48 Anm. 3). Isaak de Lattes schreibt ihm eine ähnliche Rolle in Frankreich zu, wie Meir aus Rothenburg in Deutschland. (Vgl.שערי ציון ed. Buber S. 39 und Wellesz REJ LIX S. 48.) Moses Riati nennt ihn רב מתוך schlechthin (vgl.מקדש מעם Ed. Goldenthal S. 102). Nach der Auswanderung Jehi’els und der ihr vorangegangenen Talmudverbrennung, welche den Anfang des Niederganges des Talmudstudiums bedeutete, begann die Sammeltätigkeit der Tossafisten, deren bedeutendste Repräsentanten um diese Zeit ,Elfezer aus Touqes und Peres aus Corbeil sind. 94 RGA MRC 24, MRB S. 134 Mordechaj ‘Aboda Zara 840, Schilte Haggibborim zu ‘Aboda Zara HI, wo die Überschrift כתב ר׳י in כתב ר׳ם geändert werden muß. Vgl. RGA des Josef Trani (ed. Lemberg 1865) II N. 35, Schern haGedolim I 40 מהר״שא zu Stelle und Dembitzer in seiner R’abia- Edition, S. 72b. 95 42a. 96 18a. 97 40a. 98 Vgl. o. S. 22.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.