Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1936
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
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18 E. Urbach faßt haben sollte, gab es in früherer Zeit nicht. In den späteren Talmudeditionen sind zu den bereits abgedruckten T. nur noch Auszüge aus verschiedenen Handschriften hinzugefügt worden44. Im Drucke Amsterdam II (1714—1717) wurden Auszüge aus handschriftlichen T. zu Schabbat, 'Erubin, Besä, Ket. veröffentlicht und die sogenannten alten T. zu Joma wurden ebenfalls in dieser Edition zum erstenmal abgedruckt. In der Talmudausgabe Frankfurt (1720) kamen hinzu T. zu Horajot und Keritot. Die Editoren wissen keine näheren Angaben über den Ursprung dieser Glossen zu machen. Sie gebrauchen für sie die Namen ״Alte Tossafot“, Wir werden aber Gelegenheit haben, zu sehen, daß viele der sogenannten Alten Tossafot gerade aus der letzten Zeit tossafistischer Tätigkeit stammen44a. Ihren Namen werden sie wohl dem Umstande zu verdanken haben, daß sie aus Hand- Schriften veröffentlicht wurden, und die Handschrift an sich dem Druck gegenüber als alt galt, welche Bezeichnung dann fälschlicherweise auch auf den Inhalt übertragen wurde. Nachdem wir die rein technische Seite der Entstehung der T. im allgemeinen und das Zustandekommen unserer T. im besonderen zu klären bemüht waren, und nachdem wir vergebens bei den Talmudeditoren nach zuverlässigen Angaben über die Herkunft unserer T. gesucht haben, müssen wir uns nach anderen Mitteln umsehen, die uns eine Beantwortung der bereits aufgeworfenen Fragen nach den Quellen und den Schulen, aus denen unsere T. hervorgegangen sind, ermöglichen. Das ist Aufgabe unserer weiteren Untersuchung. III. Bestandteile und Abfassungszeiten unserer Tossafot. Im folgenden werden wir bei jedem einzelnen Traktate die Fragen nach den Quellen und der Abfassungszeit der uns vorliegenden T.-Sammlung zu beantworten suchen. Nicht immer ist es möglich, mit Bestimmtheit den Namen des Redakteurs anzugeben, die Feststellung der Abfassungszeit, die nach unseren vorangegangenen Ausführungen nicht von geringerer Bedeutung ist, muß uns in solchen Fällen genügen. Für die Be- 44 Ein Vergleich, den ich zwischen u. T. ‘Aboda Zara und Mo ed Qatan in den üblichen Editionen mit Ed. Pesaro 1514—15 unternommen habe, ergab ein bedeutendes Plus unserer Ausgaben der älteren gegenüber. Das Exemplar der seltenen Ausgabe habe ich in der Gemeindebibliothek Karlsruhe gefunden; es gehört jetzt der Seminarbibliothek Breslau an. Vgl. noch weiter unten. 443׳ Gegen Gross in REJ VII S. 50.