Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1936-01-01 · 1936 · page 39

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1936
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2720904-2721065--38-2727694
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

16 E. Urbach ״Tossafot“ als Quellenangabe in der rabbinischen Literatur eingebürgert. Sie ist bereits in den T. selbst — natürlich in den späteren — zu finden34, wobei die betreffenden Redakteure eine Sammlung im Auge gehabt haben mögen, an welche sie dauernd anknüpften oder deren Umarbeitung sie liefern. Auch im Minhat Jehuda des Jehuda b. Eliezer aus dem Jahre 13 1 335, der sehr genaue Angaben über seine Quellen zu machen weiß, wird das Wort ״Tossafot" allein als Quellenbezeichnung gebraucht36. Die Verhältnisse änderten sich grundsätzlich mit der Drucklegung des Talmuds37. Während bis dahin in den einzelnen Ländern verschiedene T.-Sammlungen im Gebrauch waren und diese Sammlungen noch immer fluktuierend waren, da die Kopisten es nur als Vorzug ihrer Arbeit betrachteten, wenn sie zur Vorlage manches aus anderen Ms. hinzufügen konnten, ist jetzt eine Sammlung zur Herrschaft gelangt, welche kanonischen Wert bekam. Bereits dem ersten gedruckten Talmudexemplar Berachot, Soncino 1492, sind die T. beigefügt worden und seit damals wurde kaum eine Talmudausgabe ohne T.38 veranstaltet. 34 So Ned. 8 a Hüll. 47 a s. v. 35 Vgl. Israel Levi REJ 1904 S. 46. Im Mss. Vaticana Urb. 21 wird in der Einleitung“ als Abfassungsjahr 1283 angegeben, was ein Schreibfehler sein dürfte נדג statt ע׳ ג 36 Ed. Livorno 40 a, 40 b, 41 a. Das ist auch in dem literar.-historisch besonders genauen Mss. der Vaticana der Fall. 37 Die Handschriften waren zwar z. T. noch im Gebrauch, aber es waren meistens Handschriften von den edierten T. Im Mss. Vat. Ebr. 159, daß U. T. zu Hullim enthält, finden sich folgende 2 Notizen, Fol. 139: אבי 1505) משה בר" שלמה למדתי פה מתא משמרי בזמן הקיץ ר׳ס״ה לפ״ק) und Fol. 135 אני יוחנן בר׳ 1657) יוסף ז״צ״ל למדתי פה כפר פייוי בזמן הקיץ ת׳י׳ז לפ״ק). Nach Mitteilung Professor Cassutos handelt es sich um die Städte Mestre und Piove di Sacco. Jedenfalls hat die Drucklegung der T. zur Verdrängung anderer Sammlungen beigetragen. 38 Eine Ausnahme bildet der Traktat Erubin, Saloniki, 1522; vgl. Rabinowitz ״Ma’amar al hadpassat hatalmud“ München, 1878, S. 28, und die Ausgäbe Krakau, 1616—1620, die an Stelle von den T. Auszüge aus dem Aruch liefert. Vgl. Friedeberg, Gesch. der hebr. Typographie in Polen 1132, S. 20 und Assaf a. a. O. In Spanien hat man Talmudtraktate ohne Toss. und ohne Raschi gedruckt. Sie waren jedoch nur wenig verbreitet und wir kennen sie nur aus wenigen Fragmenten. Vgl. A. Freimann Thesaurus Typographiae hebraicae II B 35 und Adler in Jewish Studies in Memory of George A. Kohut 1935 S. 1 u. ff. Unter diesen Umständen ist der Bericht Azulais (Ma'agal Tob. Ed. A. Freimann, S. 57), daß man in Tunis bis ins XVIII. Jhdt. keine Toss. gelernt hat, schwer verständlich. Das Studium der Toss. sollen erst die Rabbiner Abraham Taib und Semah Sarfati eingeführt haben. Es handelt sich wohl nur um eine besondere Hervorhebung der Tätigkeit der genannten Rabbiner.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.