Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1936
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
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14 E. Urbach rühmte andere Autoritäten richtete26, all dies wurde von den Schülern aufgezeichnet und in den T. verarbeitet. In den T. waren die neuesten Ergebnisse der Halachaforschung enthalten. Die neuen Sammlungen waren jedoch nie etwas absolut neues, sie enthielten dabei immer auch den alten Stoff. Sie lehnten sich an die alten Sammlungen an, manchmal kopierten die Späteren die Aufzeichnungen ihrer Vorgänger wörtlich, manchmal in abgekürzter Form. So bildeten die Arbeiten des R. Tajn und seines Neffen Isaak des Älteren27 die Grundlagen fast aller T. Ihre Ansichten wurden zum Angelpunkte, sowohl der T. Sens, Touqes, Evreux, wie Ascheri28. Die neueren Sammlungen wurden natürlich den älteren vorgezogen, da in ihnen auch die neuen Ergebnisse enthalten waren. Wenn wir die T. (in ihren werdenden Formen) mit einem modernen Begriff bezeichnen wollen, müssen wir den der wissenschaftlichen Zeitschrift wählen. Sie berichten nämlich laufend über die Forschungsergebnisse der verschiedenen Schulen. In diesem Sinne ist die Tossafotliteratur aus einer Art Esoterik — Privatnotizen ohne schriftstellerische Form — hervorgegangen29. Nicht alle Sammlungen waren in ihrem Aufbau gleich. Manche nahmen die älteren Elemente wörtlich auf, gaben die Quellen an, setzten ihre eigenen Anmerkungen hinzu30, andere 27 Vgl. RGA J. Kolon Nr. 52 ♦ ״ דעל מה אדני התום׳ הטבעי אם לא על דברי ר׳ ת ופרושיו או מי יורה אבן פינתה אם לא ר׳ יצחק הידוע בעל התום' 28 Interessant ist das Verhältnis zwischen T. A. und den T. des Isaak des Alten. Das einzige Fragment seiner T., das uns erhalten geblieben ist, enthält Glossen zu Ketubot, welche Blau durch einen glücklichen Zufall ge״ funden und in der Festschrift für Harkavy, Petersburg 1908 veröffentlicht hat. Blau hat mit unwiderlegbaren Argumenten nachgewiesen, daß die Glossen den Ri. zum Verfasser haben. Er hat aber einen Vergleich mit dem T. A. unter״ lassen (Ed. Livorno, 1776), in denen der Ri. nie zitiert wird. Alle Ansichten, die in u.T. in seinem Namen angeführt werden, bringt Ascheri ausführlicher, aber anonym. Ein Vergleich mit dem von Blau veröffentlichten Frag* ment ergibt eine wörtliche Übereinstimmung mit den Toss. des Ri. Ascheri hat demnach die älteren Glossen in seine Sammlungen aufgenommen. Wir verstehen, weshalb in Spanien, wo seine T. entstanden waren, die anderen Sammlungen überflüssig wurden. Vgl. o. Anm. 22 und weiter unten S. 26. 39 Eine Erscheinung, die auch in der älteren hebräischen Literatur nicht selten ist. Vgl. darüber Steinschneider, Allgemeine Einleitung in die jüdische Literatur des Mittelalters in JQR Bd. XV, S. 322. 30 In den T. zu Joma wiederholt sich öfters das Zeichen אריה das darauf hinweist, daß die T. der Sammlung des Jehuda Sir Leon entnommen wurden. Andere haben wiederum das Zeichen ר׳ יוסף das gleichfalls eine Quellen״ angabe ist. Dasselbe ist auch in u. T. Schabbat zu bemerken, wo am