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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1936-01-01 · 1936 · page 35

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1936
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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IRI
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12 E. Urbach Schülers zurückweisen15. Da man die verschiedenen Ansichten nebeneinander stellte, nicht selten auch ohne ihre Autoren zu nennen, sind im Laufe der Zeit natürlich Verwechslungen und Unklarheiten entstanden und manches auch verlorengegangen16. Die Erscheinung, daß man Aussprüche verschiedener Autoren wahllos nebeneinander zusammengetragen hat, läßt sich aus der Kostspieligkeit, mit der die Herstellung von Schreibmaterial im Mittelalter verbunden war, erklären. Der reiche R. Tarn schreibt einem seiner Korrespondenten, er möge ihm Pergament schicken, und er würde ihm auf alle seine Fragen antworten. Und das geistige Haupt der deutschen Juden im 13. Jahrhundert Me’ir aus Rothenburg war nicht besser mit Pergament versorgt17. Die T. wurden auf den Rändern von Talmudexemplaren und auch auf Rändern anderer Bücher, z. B. des Codex des Alfassi, geschrieben18. Die einzelnen Aufzeichnungen in Kollegheften und auf den Rändern von Büchern fanden von Zeit zu Zeit einen Sammler, der sie in Verbindung miteinander brachte. So entstanden die großen Sammlungen des Simson aus Sens und des Jehuda aus Paris. Diese Sammlungen wurden aber in späterer Zeit durch neue Glossen bereichert, und es fanden sich immer Gelehrte, die sie von neuem redigierten19. Dabei bleibt noch zu bemerken, daß die T. dasjenige Buch waren, auf Grund dessen der Unterricht in den Talmudschulen vonstatten ging. Man legte dem Unterricht eine ältere oder einige ältere Tossafot-Sammlung zugrunde und versuchte dadurch dem Geiste des Talmud näher zu kommen. Die verschiedenen Schulen 15 Vgl. die T. 'Ab. Zara 57b s. v.ופעם אחת מצא ר׳ י כתוב בתום׳ הלומדים לפני: לאפוקי ר׳ ת שפסקו דהלכה כשמואל " ועל זה שלח ליה ר׳ י לד׳ ת הא חזי דמינך ומאבוך ומאחיך תשתרי מגע בכרי ביין ♦ ״ ״ והשיב לו ר' ת כי התלמוד שכתב נבהל היה לפסוק וחם ושלום עלה על לבו אלא ודאי .• 16 Vgl. T. B. Q. 100b s. v. והר׳ אלחנן פי בעניין אחר ולא מצאתי כתוב: אם Vgl. auch Hag. Ascheri z. St. IX, 17. 17 Vgl. RGA Maim. 38 משפטים und auch Hag. Ascheri Scheb. IV, 1 אין עוד קלף להאריך עוד לשר האלף ואתה שלום ותורתך כנפש סר למשמעתך מאיר בר ברוך 18 Daher die Bezeichnung T. Alfassi. Vgl. RGA J. Kolon 31 u. 52 u. El. Mizrahi im 37 § מים עמוקים, wonach Moses aus Evreux seine T. auf den Alfassirändern geschrieben hatte, worauf auch T. Ber. 26 b hin weist; vgl. Ben Jakob s. v. Im Leget Joscher, ed. J. Freimann II S. 86, 95 werden T. Alfassi zu M. Qatan genannt. Vgl. auch die Pesaqim des Isserlein (ed. Venedig 1546) N. 100. 18 Für die Entstehungsart der X. ist folgendes Kolophon in einer Hss. von Glossen zu Bech. נשלמה מס' בכורות קצור משיטת שאבץ שקיצר הר״ ר יצחק הבחור תלמיד מהר' ר ברוך ז׳צ׳ל bezeichnend. Vgl. Katalog Brit. Mus. 419, 3. Der hier ge״׳ nannte Isaak ist natürlich nicht identisch mit Isaak b. Abraham oder Isaak aus Speyer den Jüngern.

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