Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1936
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
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10 E. Urbach ihre Verfasser und Abfassungszeiten anbelangt, in großes Dunkel gehüllt. Der Behandlung dieser Probleme, deren Lösung eine Voraussetzung für jede weitere Forschung ist, sind unsere weiteren Ausführungen gewidmet7. Wir werden dabei bestrebt sein, die Traditionen, inwiefern sie auf diesem Gebiete existieren, zu prüfen und inwiefern sie die Prüfung bestehen, zu berücksichtigen, werden uns aber bemühen, aus den Tossafot selbst gewisse Kriterien für die Lösung der genannten Fragen zu gewinnen. II• Die Entstehung unserer Tossafot. Um richtig die Frage nach den Verfassern und Abfassungs- Zeiten unserer Tossafot zu verstehen, ist es nötig, daß wir uns über den Entstehungsprozeß und über das Werden der als u. T. bezeichneten Sammlung8 klar werden. Lehrreich für die Entstehungsweise der T. ist eine Sage, die uns der im 14. Jahrhundert lebende Menahem b. Aharon b. Zerah vermittelt9. Nach dieser hatte Isaak der Ältere in seiner Jeschiba 60 Schüler, von denen jeder einen Talmudtraktat auswendig kannte, so daß sie die in den verschiedenen Talmudtraktaten vorkommenden Widersprüche unmittelbar durch Gedankenaustausch aufklären konnten. In diesem unmittelbaren Gedankenaustausch haben auch die T. ihren Ursprung. Berichte über den Verlauf der Diskussionen im Lehrhause wurden sowohl von den Lehrern wie von den Schülern aufgezeichnet. Die T. tragen noch in ihrer heutigen Gestalt deutlich den Diskussionscharakter zur Schau. Die ältesten Aufzeichnungen, welche wir besitzen, sind 7 Verfasser vorliegender Arbeit hat die tossafistische Literatur noch hach 2 Seiten hin bearbeitet. Er versuchte die Methode, Inhalt der Tossafot und ihre Leistungen auf dem Gebiete der Textkritik, der Erklärung und Methodologie des Talmud darzustellen. Ferner unternahm er eine bibliographisch-biographische Bearbeitung des ganzen Materials, das die Tossafot Und die Tossafisten angeht. Zu diesem Zwecke hat er die in Deutschland und in Italien erreichbaren Handschriften herangezogen und hofft auch, die Handschriften anderer Bibliotheken, besonders der Bodlejana und des Jewish Theological Seminary heranziehen zu können. Die Veröffentlichung der genannten Studien behält er sich für die nächsten Jahre vor. 8 BesaTel Aschkenazi ist der erste, der die gedruckten T. als תום' שלנו bezeichnet. Vgl. S. M. Ket. 3d s. v. 6 מתd s. v.שבתי דעין• Vgl. weiter A. 92. 0 VgL seine Einleitung zu Seda Laderech, Warschau, 1890, S. 9. Und Azulai im Schern haGedolim Ed. Wien, 1864, II 72. Tschernowitz a. a. O. macht R. Tarn zum Helden dieser Sage, was sicher auf einem Irrtum beruht.