Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1936
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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Einleitendes 9 Es muß gesagt werden, daß im methodischen Sinne der Begriff Tossafot ein weit ausgedehnteres Gebiet als dasjenige der talmudischen Glossen, die wir gewöhnlich mit diesem Worte bezeichnen, umfaßt, Tossafot in methodischem Sinne sind sowohl die Arbeiten Tams, wie das Werk 9Abi ha "Ezri des Eliezer b. Joel Halevi, sowohl die Arbeiten Isaak b. Samuels, wie der Or ZartTa des Isaak b. Moses. Die Tossafot waren aber das Zentralwerk dieser Literatur, und sie wurden auch in den folgenden Jahrhunderten am meisten gelesen und studiert, was sich in der Fälle der Werke, die sich mit ihren Ausführungen befassen, und die an sie anknüpfen, äußert. Methodisch war die Wirkung der Tossafot so eine nachhaltige, daß auch Kommentare und Abhandlungen, welche sich auf halachische Werke ganz anderer Richtung z. B. die Halachot des 9Alfassi, den Kodex des Maimonides beziehen, im Geiste der Tossafot geschrieben wurden. Seit der Drucklegung des Talmud waren die mit ihm zusammen abgedruckten Tossafotsammlungen zu 30 Talmudtraktaten, das neben dem Raschi-Kommentar am meisten studierte talmudische Werk, welches auch eine große Literatur erzeugte6. ״Unsere Tossafot", wie eben die in unseren Talmudeditionen vorliegenden T. genannt werden, sind, was ihre Entstehungsgeschichte, und sogar der Ausdrucksweise des Talmuds und der rabbinischen Literatur mit mittelalterlichen Kommentaren des römischen Rechts, oder mit der Traditionsliteratur der Araber weisen nicht auf eine gegenseitige Beeinflussung hin, sondern sind in der Gleichheit der Voraussetzungen und der Umstände begründet. Die Ähnlichkeit zeigt sich sogar in gewissen äußeren Verhältnissen, in denen keine Rede von Einflüssen sein kann. Die Madahib des Iräq und die im Higäz unterschieden sich voneinander — ähnlich wie die Schulen der babylonischen und palästinensischen Amoräer — darin, daß die ersten ein spitzfindiges, selbständiges System zur Entfaltung brachten, während die letzteren sich mehr auf den Wortlaut und Traäitionen der heiligen Texte stützten. Die Gelehrten des Higäz ergossen ihren Spott über diejenigen von Träq. Bin Medinenser "Ubejdalläh b. ‘Cbnar (9. Jahrhundert) macht den ‘iräqischen Gelehrten den Vorwurf, daß sie die religiöse Wissenschaft verderben und verdunkeln (vgl. Tahdib S. 403, 3 bei Goldziher, Muhammedanische Studien II S. 82). R. Jeremia drückt das Gleiche mit den Worten (Menahot 52) aus: □כלאי מפשאי משום דיתבי באהרא דחשרכא אמרי שמעתתא דמוזשכן " Lehrreich ist ein Vergleich der Tradition des Al-Buchäri Sejd N. 6 (bei Goldziher daselbst S. 49) mit Ketubot 63b, 82b und besonders mit Jer. Schabbat 10, 1. In der letzten Jeruschalmistelle und in der arab. Tradition wird einem Tradenten der Vorwurf gemacht, er habe eine Tradition erfunden, um seine Verletzung eines Gebotes zu rechtfertigen. 8 Noch im 19. Jahrhundert hat man Werke wie ס* תוגר אהרון מב* הרב אהרון 0'דצ׳ל ליישב קושיות רבותינו בע״הת על הש verfaßt; v!gl. HB II S. 26 u. weiter unten.