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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1935-01-01 · 1935 · page 84

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1935
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 84)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721057--083-2727636
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70 § 4. Wesen und Motive der alt jüdischen! Allegoristik eines Sinnes im scheinbar Zufälligen, wie wir sie bei beiden! Schulen zu erkennen glauben, auf Männer weist, die in d'er Lebensstimmung dien Essäern und Therapeuten nahestanden, aber weit fester als diese mit dem! pharisäischen Judentum verbunden waren. 2. Noch schwieriger ist es, das Verhältnis der beiden Richtungen zu* einander zu bestimmen. Daß sie in der Überlieferung häufig verwechselt werden*50, läßt sich verstehen. Es scheint aber, daß die דורשי רשומות stärker danach strebten, an Eigentümlichkeiten, zumal scheinbare Zufälligkeiten, im Schriftwort anzuknüpfen, während die דורשי חמורות mehr dazu neigten, eigene Gedanken allgemeiner Art in der Schrift wiederzufindem. Die Abieitung des ersteren Namens von 7, רשם Spur“ mag also richtig sein; der zweite (״ חמרStoff“, ״Unterlage‘" für Deutung?) bleibt so undurchsichtig wie leider so mancher Sektenname. §4. Wesen und M.ot1ve der altjildiscken Allegoristik. Ober Wesen und Motive der altjüdischen Allegoristik gehen die Ansichten stark auseinander. G i n z b e r g, JE. I 403 kennt für jede Allegoristik, folglich auch für die jüdische, nur apologetische Motive. Aber die Einseitigkeit dieser Theorie tritt gerade im Judentum deut- .lieh zutage. Die Rabbinen haben die Bibel nicht einer neuen Religion zuliebe umgedeutet; die sehr leisen Spuren einer Rationalisierung im Midrasch (denen eine weit stärkere Neigung zu Anthropopathien und Erhöhung des Wunderbaren gegenübersteht) sind nicht allegoristischer Art* 1; auch die Auseinander- Setzung mit der Gnosis führt man im Gegensatz zu der Kirche durch Verteidigung des Wortsinns2. Die pazifistische Tendenz, die gelegentlich zu Allegorisierungen führt, ist nicht derart, daß man an Kriegserzählungen grundsätzlichen Anstoß genommen hätte. Texte, die man allegorisierte, weil man sie nicht erträglich fand, gab es nur in den salomonischen Schriften — aber 150 Bonsirven 535, 42. Ber. 24a (והיו חייך תלואים בידך auf Tefillin bezogen) hat nicht nur Aruch, wie bekannt, דורשי רשומות gelesen, sondern auch Raschi kommentiert diesen Ausdruck קשרים וסתומים הכלולים בתורה; die in den Drucken bei Raschi folgenden Worte תרשי חמורות נרסינן והיא היא sind offenbar Glossem. 1 Nur wenige Beispiele: die Engel bei Abraham haben nur ״getan, als ob sie äßen“ (üb. das Alter der Tradition Rappaport, Aggada u. Exegese bei Josephus, 1930, 18; 104). Nach GR. 33, 5 sind die עורבים, die Elia mit Fleisch versorgter^ nicht Raben, sondern Bewohner des Ortes ארבו gewesen (so erklärt sich auch, wieso Elia dies Fleisch essen durfte). Vgl!, auch Pirqe Abot V 6 (10 Dinge am 6. Schöpfungstage erschaffen); Mech. Amalek 1 und Parallelen. 2 Marmorstein, HUCA VI 141 ff.

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