Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1935
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 82)
- Language
- German
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68 § 3. Allegoristik und Vorstufen: V. AMegoristenschulen? a. Ex 212 bezieht Mech. de R. Simon 117 f. auij Israel, das nicht ewig unter der Herrschaft des 6., römischen, Reiches schmachten werde. Die Deutung ist weniger kühn als andere, o. S. 43 f. angeführte, die auf die vier Weltreiche gehen; wie nahe es lag, einen persönlich gemeinten Satz national zu deuten, mag, neben dien nationalen Pitradeutungen der Spr und des HL, GR. 92, 3 zeigen, wo der Wunsch ״Gott lasse euch Erbarmen finden vor dem Manne“ auf Israel1 im Exil bezogen wird. Übrigens knüpfen die ד״ר an die Mitteilung der Rechtsbestimmungen in Mara an, deren Übertretung die Knechtschaft zur Folge hat; von radikaler Verflüchtigung der Gesetze ist also nicht die Rede. b. Die Israeliten fanden kein Wasser, Gott wies ihnen ein Holz: beides wird Mech. 154, 13; 156, 2 auf die Thora bezogen; Parallelen s. o. S. 31 Abs. c. c. רפיון ידים רפידים TB. Jitro 3 und Buber zu מדרש אגדה על התורה I 149; s. o. S. 29 f. 5. Ganz unsicher sind Äußerungen über das Manna Mech. 166, 15; 168, 1; ihren allegorischen Sinn hat L. 322 ff. nicht erwiesen. Wenn der Sinn sein soll ״die Israeliten nannten ihn (Gott) מן a^s den Nahrungsspender“ (vgl. Horovitz, der auf Dobschütz, Bibelexegese der Tannaim 1893, 45 verweist), so liegt hier die Neigung vor, die Objekte umzudeuten, imi besonn deren statt eines profanen Objektes Gott einzusetzen, die sehr oft begegnet (o. Anm. 87). B. Mit den Deutungen 4.&ע^דורשי חמורות^ man mit Recht144 solche zusammen, die als דרשות כמין חמך bezeichnet werden. Unter all diesen Deutungen findet sich nicht eine einzige allegorische. 1. Die ד~ח versuchen, geschichtliche Begebenheiten, die uns zufällig erscheinen, als sinnvoll hinzustellen. 4Ana, der die Maultiere (d. h. die Maultierzucht) ״fand44, ist selbst ein Bastard gewesen: Pes. 54a. Exilsland ist Babel, Abrahams (mittelbar also Israels) Heimat: die Ehebrecherin wird nach Hause geschickt; Tos. B. q. 7, 3. Die zweiten Tafeln waren nicht Gottes, sondern Moses' Werk: die sündige Frau muß den zweiten Trauv schein liefern 7, 4. 2. Gesetzesauslegungen. a. Analogische Deutungen (o. II A): die Priestergefälle entsprechen יד und לחיים des Pinchas und der קבה der Midjanitini Ghullin 134b. Das Opfer der Ehebrecherin besteht aus Gerste, der Tiernahrung, gemäß ihrem tierischen Verhalten Sota 15b. b. Die in den analogischen Deutungen nicht seltene Neigung, Körperteüe als selbständige Wesen aufzufassen145, führt zu der Lehre, daß das Ohr des Sklaven sich gefallen lassen mußy durchbohrt zu werden, da es den Freiheitsruf am Sinai nicht gehört hat (Qidd. 22b). Nach verwandter Methode werden ebd. Tür und Pfosten belebt, um ihre Bevorzugung aus ihrer Bedeutung beim! Exodus begründen zu können. c. In dien sentenzenartigen Deutungen von Gesetzen, die wir o. II B besprachen, wurden Vorschriften^ wie die vom dreschenden Ochsen, auf einen ethischen Grundgedanken zurückgeführt und dieser auf menschliche Verhältnisse übertragen. Methodisch nahe verwandt sind folgende Schlüsse 144 Z. B. L. 521, der darauf hinweist, daß manche der den ד״ח zugeschriebenen Deutungen anderen Orts als דרשות כמין חמך erwähnt werden. 145 Josefs Mundj, Hals und Hände werden für ihre Reinheit durch entsprechende Ehren belohnt GR. 90, 3; Harns Auge, Mund!, Haupt büßen für