Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1935
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 73)
- Language
- German
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B. Qohelet 59 Aber auch der Satz 5״ 1גsüß ist der Schlaf des Arbeiters, ob er viel oder wenig gegessen; den Reichen läßt die Sättigung nicht schlafen“ kann, zumal im Munde des Weisesten der Mensehen, nicht wörtlich gemeint sein; er bedeutet, daß der Arbeiter auf dem Felde der Thora, ob er jung oder alt dahingegangen, der ewigen Ruhe sicher sein darf, daß aber sein Andenken nicht erlischt, wenn es ihm gelungen ist, Schüler auszubilden, die seinen Namen verewigen: T. Ki tissa 3. Daher gilt vorwiegend der Thora die Mühe des Menschen (13). Heil ihm, wenn von seinem frommen Studium und Leben der Satz 78 gilt: ״noch besser ist das Ende als der Anfang“. Denn sein süßes Licht 117107 und sein ,,Reichtum“ 62 ist die Schrift, seine ״Güter“ die Mischna, seine ״Herrlichkeit“ die Tosefta. Am Thorastudium hat zumal auch Salomo ״Freude“ 2ג (die ״Eitelkeit“ dieser Freude ist nur relativ, im Vergleich zu der Wonne, die das Lernen, wie bei Platon das Denken, im Jenseits gewährt); sie ist der Wein, der ihn 23 erquickt (סבלות bedeutet nicht Torheit, sondern סבלנות# Vernunft); ihr widmet er seine Forschung 1210; zumal seine Reden über Bäume und Pflanzen betreffen Einzelheiten des Gesetzes (zu 723 § 3). Demgemäß fördert er bedürftige Thorakundige108; die Häuser, die er 24 baut, sind Bet- und Lehrhäuser, die Weinberge Gelehrte, die in Reihen in ihnen sitzen (Erklärung zu 2S); vgl. o. S. 36. Aber diese Allegorisierung dringt nicht überall durch. Wie der König Salomo der jüdischen Sage durchaus nicht nur der Thoragelehrte oder auch nur, wie sein Vater, der religiöse Mensch, sondern allgemein der Weise und Zauberkundige (CR. 1! § 7) ist, so wird auch zu 723 die Weisheit allgemein gefaßt und besonders auf die der ״Orientalen“ und Ägypter bezogen. Der Reichtum wird nicht nur 25 und 512, wo er abfällig erwähnt ist, wörtlich genommen, sondern auch 518, unmittelbar hinter der grundsätzlichen Forderung der Allegoristik, wird die Lehre, daß der Besitz eine Gottesgabe sei, wohl gelten gelassen (vgl. dagegen S. 54 zu Spr 1914 über die Frau Thora als Gottes Geschenk), wenn auch natürlich auf Menschen, an denen Gott Freude hat, eingeschränkt109. Und an sehr vielen Stellen stehen 107 Daneben Deutung des Lichtes auf das Jenseits. 108 Zu llj ״wirf dein Brat aufs Wasser4' gemäß der I C 2c besprochenen Umdeutung. 109 Gemeint ist wohl: auch (gut: Vars 17) ist es, wenn Gott dem Menschen Geld und Gut gegeben hat — (falls) das (wirklich) Gottesgabe ist. Zum Verständnis hilft Solons große Elegie: •er wünscht sich solchen Reichtum, wie ihn die Götter gewähren, nicht solchen, wie ihn die Menschen übermütig erraffen.