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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1935-01-01 · 1935 · page 71

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1935
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 71)
Language
German
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IRI
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B. Qohelet 57 durch Deutungen wie: heil dem, dessen Todesstunde so rein ist wie die Geburtsstunde101. Dem Vorwurf der Entwertung des Lebens begegnet der Midrasch durch Pressen des Ausdrucks mit Hilfe des Jenseitsglaubens: unter der Sonne ist alles Mühen eitel; doch über der Sonne ist der Lohn: 13. Und auch der Pessimismus des Satzes 7X ״der Tag des Todes ist besser als der der Geburt“ erhält einen anderen Sinn durch den pitra-artigen Hinweis § 4, daß bei Menschen wie Moses, Aron u. a. der Geburtstag kaum bemerkt, der Todestag schmerzlich empfunden wurde. Die 48 Worte ״es gibt einen und keinen zweiten“ werden auf Gott bezogen und als unzweideutige102 Ablehnung des Dualismus aufgefaßt, während diese Ablehnung Spr 2421 zu Gottes Mißfallen (DR. 2, 33) nur angedeutet war. 2. Teils der Vertiefung, teils aber auch der Deutung der zweifellos rätselhaften Stellen, wie namentlich die zweite Hälfte des Buches sie enthält, dienen Pitradeutungen. Die Zahl der Stellen, an denen QR. das Zeitwort פתר gebraucht, an sich beträchtlich103, gibt noch keine Vorstellung von der Vorliebe der Ausleger für die Beziehung der Weisheitslehren des Buches auf bestimmte Ereignisse, durch welche sich natürlich die Bedeutung dieser Lehren erhöht. Und gerade hier ist leicht zu erkennen, wie nahe Pitra dem kommt, was wir im strengsten Sinne Allegoristik nennen. Schon die Spezifizierung der ״Trägheit“ und ״Nachlässigkeit“ 1018 auf geschichtliche Begebenheiten oder rituelle Sünden (auch LR. 19, 4) bedeutet eine gewisse Umbildung einer rein sittlichen Lehre. Und mögen uns die Heran- Ziehungen einzelner Personen oder Ereignisse (etwa zu 226; 3X; 316; 5b) an Beispielsammlungen erinnern — man greife nur aus den nationalen Deutungen, wie sie sich auch zu 2S § 2; 3S; 58 u. ö. finden, eine heraus: zu 12x (hinter den Deutungen zu 12T angeordnet): erkenne deinen Schöpfer in den Tagen deiner Erwählung (בחורותיך t als Priester, Leviten, Jerusalem, du selbst erwählt waren), ehe noch die bösen Tage (der Galut) kommen, die Jahre, da du sagen wirst, es ist kein Gefallen (חפץ. Verdienst der Ahnen, deren Gunst bei Gott mir beistehen könnte) an mir, ehe sich verfinstert die Sonne (des Davidshauses), das Licht (der Thora), der Mond (des Sanhedrin), die Sterne (die Schriftgelehr- 101 Die Voraussetzung■, daß die Nebeneinanderstellung von Angaben ihre Verwandtschaft beweist, findet sich häufig: etwa GR. 58, 1: Sara war mit 20 Jahren so jugendschön wie mit 7, mit 100 so! sündenrein wie mit 20. 102 Obwohl auch ganz andere Deutungen (auf Abraham und den bösen Trieb) vorgetragen werdenl 102 Bacher, Terminologie II 179.

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