Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1935
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 70)
- Language
- German
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56 § 3. Aüegoristik und Vorstufen: IV. Salomonische Schriften len weithin ergießen“. Auch 1325 ״der Fromme ißt bis zur Sättigung; aber der Bauch der Frevler darbt“ wird in MM. von manchen auf das Thoralemen bezogen; ebenso 2819 ״wer sein Feld bebaut, wird des Brotes satt“ (etwas anders ausgeführt GR. 82, 8); daneben finden sich zu beiden Versen wörtliche Deutungen. (Natürlich versagt diese Methode der Allegorisierung, wo der Spruchdichter Maßhaltung in Speise und Trank empfiehlt.) Gemäß dieser Metaphorik wird auch die Mahnung, den hungemden und dürstenden Feind mit Brot und Wasser zu erquicken, GR. 54, 1, auf den bösen Trieb bezogen, dem man die Nahrung der Thora spenden soll. Ebd. findet sich eine Deutung von 167 ״wenn Gott Gefallen hat an dem Wege eines Mensehen, so macht auch sein Feind Friede mit ihm", nach welcher mit dem Feinde gleichfalls der böse Trieb gemeint ist (vgl. Chag. 16a zu אלוף Micha 7B; Taan. 11a zu Mi 7S שכבת חייקך ״ =Seele“). B. Noch stärker waren die Bedenken gegen Q o h e 1 e t99a. Die Schule Schammais lehnte seine Aufnahme in den Kanon ab; und das Motiv der Verteidiger, ״weil sein Anfang und Schluß der Thora entspricht“ (Sabb. 30b), läßt erkennen, wie ernst auch sie die Anfechtung vieler Stellen nahmen. Man glaubte auch hier innere Widersprüche zu entdecken und fand, daß das Buch durch die Betonung der Eitelkeit des Lebens den Wert der religiösen Tat zu leugnen und durch die Empfehlung des Lebensgenusses 119 der Irrlehre Vorschub zu leisten schien. Aber der gleiche Vorwurf wie an den letztgenannten Stellen ״ist das Salomos ganze Weisheit?" steht auch zu dem an sich unbedenklichen Vers 32 ״es ist eine Zeit für die Geburt und eine Zeit für den Tod"100. Und auch daß ein heiliges Buch Gewicht darauf legt, Salomos Reichtum auszumalen, möchten manche Erklärer (zu 18) nicht gelten lassen. Also nicht nur die Rechtgläubigkeit, sondern (wie bei den Spr) auch der Tiefsinn des Buches stand zu verteidigen. 1. Dieser Verteidigung dient nun auch hier nicht die Allegoristik allein. So wird etwa der Vorwurf wegen 32 abgewehrt »Ba Vgl. B u b e r zu MM. 25r 100 VgL auch etwa zu 14 ״die Erde bleibt stehen“: ״kann denn die Erde in Verbannung gehen oder weggeschleppt werden? Also ist Israel gemeint“. Hier führt also (s. S. 9 Anm. 12) die (absichtliche!) Verkennung einer Metapher, die in unserer Übersetzung angedeutet wurde, zur Allegorisierung. Oder zu 16 ״Wissen wir nicht, daß die Sonne auf- und untergeht? Vielmehr sind die Frommen gemeint, die einander gleichsam ablösen“. DR. 2, 26 wird 5# ״wer Silber liebt, wird seiner nicht satt" selbstverständlich getunden.