Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1935
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 68)
- Language
- German
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54 § 3. AUegoristik und Vorstufen: IV. Salomonische Schriften gibt02) früh aufsteht, dann beschafft sie (durch Gottes Fügung) Nahrung für das Haus. Sie (wieder: ihr Jünger) braucht sich nicht zu fürchten vor der Kälte (der Höllenstrafe); denn mit doppelten Geboten (שנים statt שנים) ist ihr Haus bekleidet.. Viele (in vorsinaitischer Zeit) haben Tüchtiges gewirkt; aber du (Thora) übertriffst sie alle; daher ist die ״Gunst“ (die Noah fand) und die Schönheit (Adams) eitel im Vergleich zu Israel. — Auch die Bemerkungen zu 1914 (von Gott kommt eine verständige Frau) über den Erwerb der Thora lassen keinen Zweifel über die allegorische Auffassung; von ihr aus wird ein Übergang gefunden zu V. 18 ״weise deinen Sohn zurecht“ durch die Thora. Sehr ausführlich wird diese Deutung zu 51Ö-18 durchgeführt, wo etwa unter dem ״Weibe der Jugend“ die in jungen Jahren erlernte Thora verstanden wird. Danach stünde zu erwarten, daß unter der schlechten Frau der Fremdglaube oder Irrglaube zu verstehen sei; und eine solche Deutung war ja durch biblische Warnungen vor dem Buhlen nach fremden Götzen nahe genug gelegt93. Aber diese scheinbar selbstverstündliche Konsequenz zieht der Midrasch keineswegs. Daran, daß die Ehebrecherin zugleich ״ihren Gott verläßt“ 217, Unsittlichkeit also auch religiöse Sünde ist, hält natürlich auch PR. 107a fest. Allein die Umdeutung des Ehebruchs in Abfall wird mehrfach, offenbar mit Absicht, vermieden. Die Fortsetzung der auf die Thora bezogenen Stelle 515 ff. bildet eine Warnung vor der fremden Dime. MM. erklärt: ״besser die Brüste der Thora zu kosen, die dir Heil bringt, als den Schoß der Fremden, die dir Schuld bringt“. Er allegorisiert also die Gattin, nicht die Verführerin, und sieht in der Stelle den Gegensatz himmlischer und sündiger Liebe. Ebenso R. Meir zu 725: ״Heil dem, der sich femhält von Ehebruch und Sünde, vielmehr die Weisheit ruft“94. Eine gleichfalls wörtliche Deutung der Warnung vor dem Eheweibe, das edle Seelen fängt, teilt der gleiche Tanna943׳ im Namen seines Lehrers Elischa zu 625 mit. Wenn er 92 תורה kann auch das Wissen um die Lehre bezeichnen. 93 S. o. S. 12 über Maimuni und die Anm. 80 angeführte Stelle aus Raschi zur Überschrift. Dieser selbst deutet die Stelle nicht einheitlich; 624 faßt er allegorisch, dagegen 629 ist er eher für die wörtliche Deutung; 710 gleichfalls. 94 Das ist die einzige!Bemerkung in MM. zu dem (o. S. 49) beanstandeten Kap. 7. Im Jalqut hat sich eine Deutung auf Josef und die Frau Potifars erhalten. Die ünsittlichkeit wird also auch hier als solche genommen. 94a Wenn auch die Angaben von MM. über Namennicht zuverlässig sind, so wird man doch mit verwandter Herkunft der Aussprüche rechnen dürfen.