Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1935
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 63)
- Language
- German
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B. Metaphorische und allegorische Deutungen 49 den Löwen § 17 die Völker, die sich zurückziehen müssen, wenn die Sonne (des messianischen Königs) erstrahlt, unter dem Weitmeer entweder das Reich Edoms oder die Thora oder — die Hölle (§ 21 ff. mit Deutung der Einzelheiten). Die ״Wogen" Ps 934 sind die Philister. b. Ferner zeigt sich jene pazifistische Tendenz, auf die wir bereits S. 33 und 36 aufmerksam wurden. Wenn z. B. PR. den Ps 149 in dem Abschnitt für Chanukka verwendet, so muß das den Grund haben, daß man diesen Psalm gern an diesem Feste sprach, offenbar weil man sich durch die in ihm geschilderten Männer, die ״Gottes Ruhm im Munde und ein zweischneidig Schwert in der Hand" führet!, mit Recht an die Makkabäer erinnert fühlte. Aber wie ganz anders faßt PR. diesen Psalm auf! Die Frommen jubeln über die Ehre (Gottes), sie jauchzen (noch) auf ihrer (letzten) Lagerstätte. Denn das Schwert, das sie führen, ist nach Ber. 5a das Schma0־, nach PK. 102b ihre Thorakenntnis. ־ IV. Die drei salomonischen Schriften. Eine besondere Betrachtung fordern innerhalb des Weisheitsschrifttums die Bücher Spr, Qoh und HL, die der weiseste der Menschen ״zur Belohnung für seine Verdienste um die Verbreitung der Thora" (CR. zu 1! § 8 E.) hat verfassen dürfen. A. Daß man gegen die Kanonisierung des Spruchbuchs Bedenken hatte, ist mehrfach glaubhaft überliefert; es fragt sich nur, ob die Motive, die man angab, auf echter Überlieferung oder auf nachträglicher Konstruktion beruhen. So berief man sich nach Sabb. 30b74 auf den Widerspruch zwischen 264 ״antworte dem Toren nach seiner Torheit“ und 5 ״antworte ihm nicht nach seiner Torheit“; aber Widersprüche solcher Art mußten sich allenthalben für die midraschische Exegese, die, zunächst wenigstens, nicht nach dem Zusammenhang fragt, ebenso leicht ergeben wie sie sich durch Beachtung des besonderen Sinnes eines allgemeinen Ausspruches ausgleichen ließen76. Nicht viel ernster ist das Bedenken gegen die Schilderung des sündigen Weibes 7Tff.76 zu nehmen; denn, wie sich noch zeigen wird, hat man zur Umdeutung dieser Stelle sehr wenig Neigung gespürt. Sehr verständlich ist aber der Ein- 74 Die Überlieferung scheint Fortführung der zuvor erwähnten* auf Rab zurückgehenden Bemerkung über Qohelet zu sein. R. Aqiba (CR. § 11) weib nur von Streit über Qoh; doch s. das im Text folgende. 75 Vgl. ähnliche ״Widersprüche“ MSam. 7 Ende. 76 AdRN § 1. 4