Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1935
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2720904-2721057--060-2727613- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
A. Pitradeutungen 47 selbst schwur Gen 3153, daher Segen empfing 359 und als ge־־ recht gilt66. Als Beispiel einer Reihendeutung wählen wir die zweite Deutung67 des Lobes der tüchtigen Frau Spr 3110 ff. in MM. Sie bezieht jeden Vers auf eine andere biblische Frau und versucht, im großen und ganzen dem Laufe der Geschichte zu folgen: V. 11 z. B. meint Sara, der ihr Mann vertraute und des Lohnes nicht ermangelte, V. 12 Rebekka, die an Isaak in seiner Trauer milde Tat übte, 17 Miriam, die den Erlöser Israels weissagte und dem Spott ihres Vaters standhielt, 18 Hanna, die als Muster aller Beter den Geschmack des Betens ״schmeckte", die Schlußverse Rut, die dem ״Glanz" ihrer Heimat absagte und deshalb ״alle anderen übertraf". Die Deutung ist lückenlos, aber keineswegs ungezwungen durchgeführt. B. Während die spezialisierenden Pitra-Deutungen bei allen Weisheitsschriften und Hymnen in ganz gleicher Weise durchgeführt werden, bestehen hinsichtlich der metaphorischen und der allegorischen Deutungen so starke Unterschiede zwisehen den einzelnen Büchern68, daß wir gut tun, diese gesondert zu betrachten. 1. Am wenigsten69 ist eine Allegorisierung beim Buch Hiob zu spüren. Nur ist die Weisheit 2812 ff. nach manchen Erklärem (z. B. MPs. 3, 2) die Thora, gemäß einem Bedeutungswandel, auf welchen wir noch zurückkommen. Und wenn im Zusammenhang mit der Deutung dieses Buches B. batra 16a der Satan mit dem bösen Trieb gleichgesetzt wird, so mögen wir Maimuni, More III 22, darin zustimmen, daß sich hier eine Allegorisierung der Handlung des Buches ankündigt, dessen geschichtlicher Charakter ja bestritten wurde (o. S. 16). Aber von einer Umbildung des Gedankengehalts in dieser Richtung ist uns nichts über- 86 Weitere Beispiele etwa MiPs. 18, 22 (mit פתר); MM. zu In; 1325. 67 Die erste Deutung׳ der Stellte in MM. auf die Thora ist rein allegorisch (s. u. IV A.) Daneben findet sich eine andere, in TB. Ch. Sara 3 abgekürzt mitgeteilte (zur Ergänzung vgL B u be r z. St.), in welcher alle Angaben nach der im vorigen Absatz besprochenen Methode auf Sara bezogeni werden. P'K. 100b bezieht die Stelle auf Moses, der als Empfänger so vielen Gebotes den anderen Trefflichen überlegen war. Die wörtliche Auffassung der Stelle wird M. sutta z!u Rut 41ג vorausgesetzt. 68 Bei der folgenden Behandlung der Hagiographen sind die Belege, soweit nicht anders angegeben, den zugehörigen großen Midraschwerken entnommen. 69 Die spruchartige dunkle Stelle Jes 3220 (vgL Bonsirven 529) אשריכם זורטי טל כל מים משלחי רגל השור והחמור bezieht B.Q. 17a auf wohltätige Menschen, wohl wegen 16 צדקה f•