Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1935
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2720904-2721057--056-2727609- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Allegorien 43 Öhren zuhalte, wenn man etwas Unziemliches zu hören bekommt. 2. Eine Gesetzesvorschrift wird als Hinweis auf die Geschichte Israels auf gef aßt. T. ki teze § 3 wird Dt 231ג gedeutet: wenn ein Mann nicht rein ist (wenn sich Israel durch Götzendienst verunreinigt hat), so wird er aus dem Lager gehen (nach Babel); aber am Abend (nach dem Untergang der Weltreiche), wenn die Sonne (der Messias) ״kommt" כבא השמש, darf er wieder eintreten (B. 395 f.). — Nach NR. 7, 10 bedeutet das Gebot, die Aussätzigen und sonstigen Unreinen aus dem Lager zu weisen, die Weissagung, daß Israel wegen der 3 Todsünden, deren Ahnlichkeit mit den genannten Unreinheiten der Midrasch nachweist, sein Land verlassen muß. — Nach LR. 17, 7 ist das vom Aussatz betroffene Haus Lev 1434 das Heiligtum, das von Schischaq ״ausgeräumt", von Nebukadnezar niedergerissen, aber dereinst aus neuen Steinen aufgebaut werden wird (B. 396 f.). Nach Mech. de R. Simon 117 f. Hoffm. ist Israel der Sklave, der nicht ewig unter der Herrschaft des 6., römischen, Reiches schmachten wird. 3. Eine Gesetzesvorschrift wird, ebenso wie geschichtliche Erzählungen (o. I E 1), auf die 4 Weltreiche bezogen. In rein symbolischer Weise geschieht dies ER. 35, 5: beim Bau des Stiftszelts werden Gold, Silber und Kupfer verwandt, also die Metalle, die nach der Vision Daniels Babel, Medien und Hellas entsprechen — aber nicht das Eisen, das Metall Edoms (nach Dan 240), das nicht nur, wie Babel, das Heiligtum zerstört, sondern nach Ps 1377 auch den letzten Grundstein hat vernichten wollen; deshalb nimmt Gott in der messianischen Zukunft von ihm keine .Gaben an. — Hier ist offenbar der Gedanke, daß der Tempel ״ein Bethaus aller Völker" ist, der auch in der Analogie-Deutung der 70 Opferstiere des Hüttenfestes auf die 70 Völker der Welt57 zutage zu treten scheint, eingeschränkt in bezug auf das Römertum, in welchem der Jude nicht nur seinen Unterdrücker, sondern auch den Gegenpol seiner Lebensanschauung58 haßte. Ebensowenig kann von Allegoristik die Rede sein, wenn nach GR. 88, 5 den 4 Bechern des Sederabends (neben mehreren anderen ״Vierheiten") auch die 4 Weltvölker entsprechen sollen. Anders aber steht es, wenn LR. 13, 5 zum 57 Sukka 55b; Bergmann, Jüdische Apologetik, 156, 5. 58 Nach der etymologischen! Deutung von Gn 2522 ויתרוצצו GR. 63, 6 heben die Brüder Jakob und Esau wechselseitig ihre Gesetze auf: זה מתיר צוויו של זה וכר Das entspricht genau Tacitus' Urteil Hist. V 4 profana qu<^ apud nos sacra, concessa apud illos quae nobis incesta.