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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1935-01-01 · 1935 · page 50

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1935
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721057--049-2727602
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36 § 3. Allegoristik und Vorstufen. II. Gesetze 17 ,165 שכבת הטל auf das Gebet der Stammväter und gar 163, 3 die ״Hinwendung zur Wüste" auf die geistige Wendung zu ihnen bezieht. — Verwandter Art, aber etwas weniger kühn, ist CR. zu 23 § 3: ״sie gingen in die Wüste Schur" Ex 1522 bedeutet: sie weissagten, daß sie in Reihen (שוררת), gleich denen des Weinbergs, (im Synhedrion) lagern werden. 4. Gleichfalls eine gewisse Neigung zur uneigentlichen Auslegung verrät Jonatan ben Eleasar32. Es ist daher keineswegs zu verwundern, wenn er Baba batra 78b Num 2127 ff. so deutet: ״es sprechen, die beherrschen" ihren Trieb: ״kommet zur Berechnung" des Verhältnisses zwischen dem Lohn für eine Pflichterfüllung und dem Schaden aus ihr usw. 5. Die beiden letzten Beispielgruppen zeigten unverkennbar die uns aus der Metaphorik des Midrasch bekannte Neigung, Profanes, zumal Politisches, religiös umzudeuten. Auch deren besondere Spielart, die Auffassung kriegerischer Leistungen als religiös-gelehrter (C 2e), führt zu vollständigen Allegorien. So sieht der Talmud Ber. 18a b in jenem בניהו ב] איש חי רב פעלים מקבצאל (אשר) הכה את שני אראל מואב והוא ירד והכה את האריה בתוך הבאר ביום השלג II Sam 2320 einen Mann, der noch im Tode als lebend gelten darf (während die Schlechten schon bei Lebzeiten als tot gelten: s. das fgd.), weil er viele Arbeiter für die Thora heranzog und sammelte, z. Zt. beider Heiligtümer alle hinter sich ließ und noch im Eise sein Tauchbad nahm (oder im Winter schwere halachische Schriften las). Und jener Otniel, der Kirjat Sefer bezwang, erweist sich nach Temura 16a als der wahre Gewinner der ״Buchstadt", indem er die während der Trauer um Mose vergessenen Rechtssätze und Schlußfolgerungen wiederherstellt. II. Gesetze. Bei der Behandlung der Gesetze im Midrasch ist zu erwarten, daß sich die beiden Hauptvorstufen der Allegoristik, das Aufsuchen eines tieferen Sinnes und die metaphorische Umdeutung von Einzelheiten, noch häufiger finden als bei Erzählungen. Denn die Frage nach dem Sinn eines Gesetzes liegt näher als die nach dem Sinn einer Erzählung (in der uns angehenden, über die Herausstellung des allgemeinen Lehrgehal- 32 Bacher, Pal. Am. I 68f., welcher die Stelle, auf deren gekürzte Wiedergabe wir uns im folgenden beschränken, vollständig übersetzt; vgl. auch über sie M. Guttmann, EJ. I 965, nach welchem allegorische Deutungen ״nur vereinzelt, besonders bei poetischen Bibelstellen, Vorkommen“ sollen.

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