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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1935-01-01 · 1935 · page 49

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1935
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 49)
Language
German
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IRI
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Allegorien 35 namen und auch sonstigen Bezeichnungen durch etymologische Deutung und metaphorische Auffassung einen tieferen Sinn zu geben. 2. Beide Motive wirken auch zusammen bei den sehr gewagten Deutungen, die die Niederlassung Jakobs in Haran, also der Beginn seiner Familiengründung und der Volksgeschichte Israels, erfährt. Die schlichte Erzählung, daß er an einen Brunnen kommt und dort Hirten trifft, ist anscheinend den späteren Erklärem nicht bedeutungsvoll genug. Daher erfährt dieser Brunnen GR. 70, 8 f. mehrere allegorische Deutungen. Nach der zweiten29 ist mit dem Brunnen Zion gemeint, mit den 3 Herden die Feste (d. h. wohl die Pilgerscharen); aus dem Brunnen schöpft man den heiligen Geist (s. C 2 c). Die dritte Deutung bezieht die Herden auf die Gerichtshöfe, die vierte auf die drei ersten Weltreiche; nach der fünften ist mit dem Brunnen das Synhedrion und mit den Herden die reihenweise in ihm sitzenden Gelehrten gemeint, nach der sechsten die Synagoge, nach der siebenten der Sinai, stets mit entsprechender Deutung der Einzelheiten. Hieran schließt sich 70, 10 die überaus kühne Deutung Harans auf das Exil und Labans auf den göttlichen ״Reiniger4" (מלכן) Israels. 3. Mehrfach werden im Midrasch, vielleicht nach Jes 511י die Patriarchen mit Felsen30 gleichgesetzt: allgemein ER. 28, 2, wo Gott den Mose vom Berge, d. h. von den Vätern her, ruft (vgl. auch das folgende), und SDt. zu 3315, ferner GR. 52, 1, wo mit dem Felsen Hi 1418 Abraham (vgl. 50, 11), mit dem fallenden Berge Lot gemeint sein soll. An solche Stellen mochte R. Eleasar aus Modein anknüpfen, ein Erklärer, dessen besondere Kühnheit freilich bekannt war31. Ex 179 מחל אני נצב על ראש הגבעה deutet er Mech. 179,5 so, daß נצב auf einen Fasttag, לאש auf das Verdienst der Stammväter, הגבעה auf das der Stammmütter bezogen wird. Noch selbständiger geht er vor, wenn er 29 Nach der ersten ist der Brunnen in der Wüste gemeint. 30 In der eingehenden Deutung von Ez 1724 (im Anschluß an die ironische Frage Dt 2019; doch vgl. Jes 111; Fs 9213 u. ä.) GR. 53, 1 werden die Bäume auf biblische Personen bezogen. Wenn Jiftachs Tochter Ri 1137 auf die Berge niedersteigen will, so ist nach TB. Bechuqq. 7 das Synhedrion gemeint, bei dem sie die Lösung des Gelübdes bewirken will (״man steigt nicht zum Berge nieder״). Die Berge Dt 3222 sind die Weltreiche SDt. § 320. 31 Nach Sabb. 55b צריכים אני למודעי bei einem Vers, dessen Wortsinn Schwierigkeiten bereitete. Von ihm stammt auch die S. 32 mitgeteilte Deutung des Wassers Ex 1527. Der Gegensatz zwischen ihm und R. Josua ist weniger weltanschaulicher als methodischer Art (gegen L. A. Rosent h a 1, Semitic studies in memory of A. Kohut, 465 f.).

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