Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1935
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
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Allegorien 33 e. In offensichtlichem Zusammenhang mit dieser Metaphorik steht die Neigung zu pazifistischer Umbildung24, die wir hier nur soweit besprechen, als sie zu einzelnen Metaphern führt. Es ist recht symptomatisch, daß CR. zu 23 § 3 ״Macht'* als Metapher für Thora nimmt. Und schon Targum zu Gen 4822 versteht unter Schwert und Bogen Jakobs dessen Gebet25; der Gedanke, daß Israels Gebet seine eigentliche Waffe sei, wird Mech. Besch. § 2 S. 92 näher ausgeführt. Im Einklang damit steht die Umdeutung biblischer Helden in Schriftgelehrte. Die ״Niederung", in welcher Josua verweilt, ist die Tiefe der Thora Sanh. 44b. Die Kennzeichnung Davids I Sam 1618 wird RR. 4,3 folgendermaßen gedeutet: וידע נגן במקראי ונבור חיל במשנה« ואיש מלחמה שיודט לישא וליתן במלחמתה של תורה, ונבון דבר שמבין דבר .2^מתוך דבר, ואיש תאר שמאיר פנים בהלכה, ודד עמו שהלבה כדבריו Durch diese Eigenschaft erweist er sich, wie der Midrasch selbst betont, als echten Enkel des ״tüchtigen Helden" Boas, aber auch als würdigen Sohn Isais, der בית הלחמי heißt, weil er das Brot der Thora genießt MSam. 19. Daher erklärt sich die noch zu besprechende pazifistische Allegoristik. f. Nach EstR. 2, 11 sind die בלים שונים des Königs (nach dem Muster von Dan 52) ganz oder teilweise die des Tempels. Diese Neigung zur Historisierung wird namentlich bei den Pitradeutungen zu den Hagiographen hervortreten. D. Vielfach finden sich allegorische Deutungen da, wo auch die kritische Exegese mit ihnen rechnet, eine ״Allegoristik" im strengen Sinne also noch nicht vorausgesetzt werden kann (s. S. 10 Mitte). So wird von einzelnen Gelehrten Sanh. 92b die Geschichtlichkeit der Auferstehungsvision Ez 37 bestritten. Die Visionen Ezechiels und Secharjas werden bereits im Targum als solche aufgefaßt. Nur die Art der Deutung ist doch bisweilen beachtenswert. Es ist gewiß kein Beweis von Allegoristik26, daß man Jakobs Traum zu deuten versucht hat; bezeichnend ist aber, daß ihn GR. 68, 12 auf Einrichtungen des Tempels bezieht. Die gleiche Neigung, an gesetzliehe Einzelheiten zu denken, tritt hervor, wenn CR. zu 15 § 1 bei Ez 166 ״ich sah dich zappelnd in deinem Blute" an das Blut 24 Einiges weitere bei Heine man n, Der Morgen V (1929) 14. 25 Nach Ginzberg JE. I 404a soll sogar schon Hos 125 die Geschichte von Jakobs Kampf mit dem Engel allegorisieren, indem er sie auf Jakobs Gebet bezieht — eine geistreiche, aber höchst unsichere Auffassung. 25a Vgl. auch über die Umdeutung Doegs und Achitofels als unwürdiger Schriftgelehrter Marmorstein EJ. V 1166. 28 Gegen Ginzberg, JE. I 406 und Stein, EJ. II 338. 3