Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1935
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2720904-2721057--043-2727596- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Yanai 1× ep/1033832
OCR text
30 § 3. Allegoristik und Vorstufen. I. Erzählungen aber eine Motivierung für die Umdeutung gar nicht versucht, — nicht nur bei durchsichtigen Namen wie סכות Mech. Bo 14, bei seltenen wie רפיון ידים רפידים als Schwäche (ebd. 177, 17 f.) oder als Buße (PK. 106a) und in offenbarem Spiel והב בסופה אהבה בם1פה Qidd. 30b, sondern auch bei solchen, deren geographische Bedeutung als solche unbestritten ist: שטות שטים Sanh. 106a; מצוינים במצוות ־־= ציון oder מציעי ר״ח MPs. 20,5, seine Tore שמרים המצועים בהלכה ebd. 87, 1; לבנון ist das Heiligtum, das die Sünden bleicht SDt 71b Fr. und die ״Herzen" erfreut oder Gott am Herzen liegt LR. 1, 2 oder Bezeichnung der ägyptischen לבנים CR. zu 4g; מצירים מצרים Mech. Besch. 109, 15; אשור heißt jedes der Weltreiche, die sich an Israel bereichern (מתעשרים) GR. 16, 41T. Weit seltener werden Personennamen umgedeutet. Entweder sind es ganz Unbekannte (Meg. 12b zu Est 114; J. Qidd. IV 1, 65b zu Esra 259; RR. 2, 1—4 zu I Chr 421 ff.) oder es liegt offenbares Spiel vor, wie GR. 36, 2, wo Ham ״ אבי כנעןVater des Niedergangs" sein soll, und MM. zu 1127, wo die Namen קרח בן יצהר בן קהת בן לר abfällig gedeutet werden. Besonders kühn ist die Beseitigung des Charakters als Eigennamen da, wo durch sie die Grenzen zwischen Übematürlichem und Natürlichem verwischt werden. Dies geschieht in zwei Fällen ohne Anwendung der etymologischen Methode durch R. Simon ben Laqisch: GR. 26, 6 bestreitet er die Existenz einer ״Hölle"; Gehinnom bedeute nur den Tag, der die Frevler in Flammen verzehrt (hier stimmt R. Jannai bei); nach Baba batra 16a ist der Satan nur der böse Trieb. 2. Metaphorische Deutung einzelner Ausdrücke sind im Midrasch außerordentlich häufig. Wir erwähnen nur solche, die die gleiche Methode aufweisen, wie die allegorischen Deutungen, und sich von ihnen — ebenso wie die besprochenen Umdeutungen der Eigennamen — nur dadurch unterscheiden, daß sie sich auf Einzelheiten beziehen, ohne den Zusammenhang umzudeuten. a. Nach einem für die Metaphorik aller Sprachen einschließlich des Hebräischen gültigen Gesetz steht räumliche Veränderung oft für geistigen oder ranglichen Wandel. Daher steigt Jehuda nach Timna ״hinauf", um (s. o. A 3) den Ahn des Messias zu zeugen, Simson ״hinab" zu seiner Schande 17 Vgl. auch ״ 3ב1לmit Ketten beladen“ Sabb. 54a. Dagegen bedeuten die Etymologien von סיני Sabb. 89a keine Aufhebung des Wortsinns..