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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1935-01-01 · 1935 · page 43

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1935
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 43)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721057--042-2727595
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Umdeutung' von Einzelheiten; 29 der Etymologie, ihre einmalige geschichtliche oder geographische Bedeutung nimmt. Das geschieht im Midrasch im allgemeinen nicht. Aber schon seine etymologische Methode unterscheidet sich wesentlich von derjenigen der Bibel14; er fragt nicht, durch welche näheren, die Geburt begleitenden Umstände jemand seinen Namen erhalten hat, sondern mit welehern Rechte er ihn, mit Rücksicht auf sein Wesen, trägt und scheut sich durchaus nicht, die biblischen Etymologien durch andere, der eigenen Fragestellung gemäße, zu ersetzen15. Schon dadurch bereitet er die Verwischung des Charakters dieser Worte als Eigennamen vor. Aber häufiger als man annimmt, wird dieser Charakter in der Tat gänzlich bestritten. Mit Vorliebe geschieht das bei Ortsnamen16. Manchmal heißt es, Orte, wie die in der Bibel erwähnten, habe man vergebens gesucht: daher soll פתח לינים Gott als ״Pforte aller Blicke" bedeuten GR. 85, 7, מדבר שור auf das Verdienst Abrahams anspielen ER. 24, 4, לקי חצרות, די זהב auf Sünden in der Wüste weisen Mech. Midr. Tann, zu Dt S. 2 Hff. mit Anm. 10, עמק יהושפט nur das Tal des Gottesgerichtes bedeuten MPs. 8, 8. Oder es wird eine innere Schwierigkeit geltend gemacht: Hebron liegt hoch; also ist unter עמלן חברון der ״tiefe" Ratschluß zu verstehen, den Gott dem in Hebron ruhenden Freunde (חבר) verkündet hat GR. 84, 13 (entsprechend למלן המלך Sota 10b). Beide Motivierungen finden sich bei der Umdeutung von האטד pגGR. [971 S. 1229 und 100 S. 1287. Bisweilen wird 14 GR. 37, 7 findet die einzige Ausnahme, die Deutung des Peleg Gn 1025, nur aus prophetischer Begnadung erklärlich. Ironische Anspielungen auf den Namen, wie Gn 2730; I Sam 2525, und Beinamen, die in reiferem Lebensalter verliehen werden, bedeuten keine Ausnahme. 15 Nur ein paar Beispiele: Bsau heißt הא שוא als Vertreter der Lüge GR. 63, 8 (über ihn als Heuchler vgl. z. B. 75, 1). Levi soll nach 71, 4 nicht Jakobs Anschluß an Lea vermitteln, sondern die Menschen mit ihrem himmlischen Vater verbinden. Die Schwierigkeit, daß der Name bereits dem kleinen Kinde gegeben wird, beachtet der Midrasch selten; etwa Sota 9b: hätte Delila nicht so geheißen, so hätte sie verdient, so genannt zu werden, weil sie die Kraft ihres Mannes schwächte (דלדלה)♦ Auch der Ortsname Moria wird, abweichend von der Bibel, in deutlicherer Anspie- Jung auf Kultus und Sanhedrin als Stätte der ,׳הוראה, יראה, אורה des מודא oder מור (m&p) gedeutet: GR. 55,7. Etymologien nach dem Charakter, die nicht an Stelle biblischer getreten sind, finden sich sehr häufig: man denke etwa an die Deutung der Namen der Kundschafter Sota 34b. 16 Einiges bei Bonsirven, Recherches de Science religieuse 1933, 524 ff.

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