Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1935
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
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C. Griechischer Sprachgebrauch 25 etwas ״Künstliches“, beinahe Illegitimes, ansieht48 und die Über- Schätzung des bildhaften Charakters einer Literatur nur als einen Kunstgriff der Harmonistik erklären kann — während das ״Rätsei“ dem Juden eher als die normale Form erscheint, in welcher sich Gott offenbart: Num 128. § 3. Allegoristik und ikre Vorstufen im rakkiniscken Schrifttum. Wir haben § 1 A gegen Ende in Metapher und Symbol Vorstufen der Allegorie erkannt. Als Vorstufen der Allegoristik betrachten wir daher: 1. Erklärungen, welche am Wortsinn festhalten, ihm aber einen gewissen Tiefsinn zuschreiben; 2. Erweiterungen des Wortsinns; 3. metaphorische Deutungen einzelner Ausdrücke; 4. allegorische Deutungen solcher Stellen, deren Zusammenhang zur Allegorisierung nötigt oder sie, auch ohne grundsätzliche Neigung des Erklärers, doch nahelegt. Wenn auch unsere Aufmerksamkeit vor allem der echten Allegoristik gilt, so können wir doch an den Vorstufen nicht Vorbeigehen, weil man viele Erscheinungen, die zu ihnen gehören, als allegorische Deutungen bezeichnet hat und manche von ihnen, insbesondere gewisse Arten der Metapher, in der Tat die Allegoristik psychologisch haben vorbereiten helfen. Von solchen soll etwas ausführlicher gesprochen werden. Im übrigen muß sich unsere Darstellung der Vorstufen in der Hauptsache auf kurze, unserer Zielsetzung entsprechende Hinweise beschränken. Wir behandeln gesondert die Auffassung der Erzählungen, Gesetze, Hymnen, Weisheitsschriften. Denn die allegorische Methode wird auf jede dieser 4 Gruppen in verschiedenem Grade angewandt. Eine ganz strenge Scheidung ist freilich nicht immer möglich. Wie weit es sich um ernste oder spielende Allegoristik (s. S. 12) handelt, kann erst in der Zusammenfassung § 4 besprochen werden. I. Erzählungen (einschließlich Visionen). A. Auch bei vollem Festhalten am Wortsinn gibt es verschiedene Weisen, der biblischen Erzählung einen tieferen Sinn zu verleihen. 48 Vgl. über die Allegorie als ״künstlicheres Erzeugnis'4 Gunkel RGG I2 220 oben.