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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1935-01-01 · 1935 · page 38

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1935
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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IRI
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24 § 2. Sprachliches jedem wissenschaftlich Gebildeten möglich oder doch klar zu machen ist, macht sich die scharfe Scheidung der Mystiker zwischen Geweihten und Ungeweihten auch im Gebrauch von a. geltend. Schon den mystisch beeinflußten Pythagoreem ist o. das Passierwort, das das Ordensmitglied vom Außenstehenden unterscheidet; überdies aber bedeutet es in seiner Anwendung auf den Ritus diejenige Lebensform, deren Übung in Verbindüng mit dem Wissen um ihren Sinn das jenseitige Heil verheißt, ja, verbürgt (39 ff.). Die griechische Terminologie läßt also, wie משל» anders als פתר,die Kennzeichnung von A durch ein umfassenderes V außer Betracht. Der Grieche neigt nicht dazu, etwa in den Sprüchen des Theognis Anspielungen auf besondere Persönlichkeiten zu sehen, und selbst wenn er es wollte, so fehlten ihm ja die Kenntnisse, um diese zu ermitteln. Er stellt ferner die Deutung nichtwörtlicher Stellen wohl mit der des Rätsels zusammen, nicht mit der des Traumes, da die Traumdeutung zwar von dem Volke und zumeist auch von den Philosophen nicht bestritten, aber lange nicht so hochgeschätzt wird wie im Orient. Auch er hat das Bedürfnis — darin trifft er mit פתר gegen משל zusammen —, das Geheimnisvolle, durch welches sich die dichterische Allegorie etwa von der Schlüsselerzählung unterscheidet, zunächst durch furovoia, dann durch öM^yofHa zu bezeichnen; aber auch trupßoXov hat zumal in der Mysteriensprache diesen geheimnisvollen Beiklang gewonnen. Leider hat der griechische Sprachgebrauch den der heutigen Kultursprachen in einer Richtung beeinflußt, die noch nicht durchschaut worden und eben deshalb der Erforschung des Begriffes Allegorie sehr nachteilig gewesen ist. Der Doppelsinn der beiden griechischen Begriffe macht sich aufs störendste geltend: selbst bei einem Forscher von der Bedeutung Greßmanns fließt RGG I2 221 Allegorese (der Propheten) und Allegoristik (der Stoiker) zusammen; die Verwechselung von Allegorie im engeren Sinne (als Aufhebung des Wortsinns) und im weiteren (als Tiefsinnsdeutung) hat einen Gelehrten wie Lauterbach (u. § 3 V) dazu veranlaßt, gesetzestreue, aber tiefsinnige Auslegör mit Ketzern gleichzusetzen; zwischen symbolischer Gesetzesdeutung und allegorischer Verflüchtigung hat man nicht immer genügend unterschieden. Überdies aber hat die in der Etymologie des griechischen Wortes begründete Kennzeichnung der ״Andersrede“ von der normalen Rede aus dazu geführt, daß man die Bildrede (wie sie einmal andeutend heißen mag) als

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