Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1935
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
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B. Hebräische Ausdrücke für uneigentliche Erklärung 19 fehlt die Anknüpfung: CR. zu 210 f.פנה דודי ע״י משה)# niemals jtD♦ der Erklärer will also nicht ein beliebiges Beispiel geben, das ihm gerade einfällt; er setzt vielmehr voraus, daß der biblische Schriftsteller, trotz der allgemeinen Fassung, doch ״von einem besonderen Falle spricht"27, wie Jes 412 (s. § 1 unter Al); und diesen will er ermitteln28. Daher werden mit פתר weder Fälle aus der nachbiblischen Geschichte eingeführt, die als Beispiele für die Anwendung eines Bibelverses durchaus nicht grundsätzlieh verschmäht werden20, noch in der Regel mehrere Deutungen desselben Erklärers30, während Nebeneinanderstellung mehrerer Beispiele natürlich häufig ist; auch GR. 70, 831, bei der Deutung des Jakobsbrunnens, handelt es sich nicht um Beispiele, sondern um verschiedene allegorische Auslegungen — nach dem rabbinischen Grundsätze, daß das Wort Gottes dem Felsen gleicht, der unter dem Hammer des Erklärers viele Funken sprüht32. Vielmehr ergibt sich die abgeleitete Bedeutung des Wortes, mit der wir es hier zu tun haben, aus seiner Grundbedeutung ״einen Traum deuten". Und der Sprachgebrauch zeigt, wie deutlich die hebräische Sprache den Zusammenhang zwischen Traumdeutung und Allegoristik empfindet, auf den die neuere Forschung mit Recht hingewiesen hat33. Natürlich ergab sich z. B. PK. 180b ff. Auch zur Ausführung־ der mit פחד eingeleiteten Deutungen werden natürlich Demonstrativa verwendet. 26 Bacher II 86; A1 b e c k, Einl. zu GR. 32. 27 Zur Unterstützung dieser Voraussetzung wird GR. 71, 1 (wo nicht פתר, sondern das Demonstrativ steht) nachgewiesen!, daß die Stelle (Ps 6954) wörtlich und allgemein genommen eine Inkongruenz enthält und daß diese bei der Deutung der Vershälften auf verschiedene Personengruppen (a Israel, b unfruchtbare Frauen) entfällt. Hier ist offensichtlich vorausgesetzt, daß die Stelle trotz ihrer allgemeinen Fassung diese Gruppen meint. 28 Auch wenn TB. Wajjeze 13 zu dem Gesetz von dem Gatten zweier Frauen bemerkt wird ־! יעקבNr so soll damit (zwar die allgemeine Geltung des Gesetzes nicht ausgeschlossen, aber) der Fall bezeichnet werden, der dem Gesetzgeber vor allem vorschwebte, wie etwa nac^. neueren Erklärem Dt 1717 vor allem die Vielweiberei Salomos im Auge hat. 29 Etwa die Erzählung von Beruria MM. zu 3110; vgl. auch Fälle wie Tos. Ket. V10 לקראתי• עליה את דמקראדזה (anderes bei Bacher I 175 oben). Auch ER• 33, 5 דרש פינחס בעצמן, wendet P. jedenfalls Spr 21» (mit landläufigern Anachronismus) auf seinen Fall an (auch wenn mit Rabinowitz in der Obers. Bachers, Agg. Tann. II 123 [y׳p] zu ergänzen ist);פתר würde bedeuten, daß der Spruchdichter ihn im Auge gehabt habe. 30 Auch bei Deutungen mit גזר Ausnahme CR. zu 212 f. 31 ר׳ חמא ב~ר חנינא פתר בה שת שטין♦ Mehrfache Deutung eines Verses durch einen und denselben Lehrer ist auch sonst bezeugt. 82 Vgl. Sanh. 34a; näheres §4. 33Gunkel RGG I2 220.