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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1935-01-01 · 1935 · page 32

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1935
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721057--031-2727584
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18 § 2. Sprachliches Ausdruck ergab sich offenbar nicht aus dem Wunsch, den Stil- Charakter zu kennzeichnen: vielmehr will man solche Ausdrucksweisen, die nicht in buchstäblichem Sinne für uns bindend sind, besonders bezeichnen. B. Vom Erklärer, der eine Stelle in imeigentlichem Sinne faßt, kann natürlich gesagt werden, daß er sie ״als משל' deute23. Überdies wird von einer bestimmten Gruppe uneigentlicher Erklärungen das Wort פתר gebraucht. Man verkennt allerdings, soviel ich sehe, allgemein dessen Sprachgebrauch, seit einer Jugendarbeit des hochverdienten Ph. Bloch24, in welcher er die ״Petira“, wie er sie nennt, als ״paradeiktische oder exemplifikatorische Homilie" bezeichnet, die ״den allgemeinen, unbestimmten, begrifflichen Inhalt des Textverses auf ein individuell bestimmtes, klar anschauliches Motiv zurückführt“. In Wahrheit leitet der Ausdruck sehr oft allegorische Deutungen ein; GR. 2, 3f. werden die Bezeichnungen Gn 12 (תהו usw.) auf die späteren Geschlechter oder auch nur auf die 4 Reiche bezogen, 68, 12 f. Jakobs Traum auf den Sinai oder auf Israel in der Galut gedeutet; auf letzteres auch Haran 70, 10; 70, 8 werden verschiedene Deutungen des Jakobsbrunnens so eingeleitet. Aber auch wenn zu einem allgemeinen Satz ein besonderer Fall hinzugefügt wird, also (Bloch 267; 269) als Davids Feinde Doeg und Achitofel bezeichnet, mit dem ״Arbeitsscheuen" und dem ״Redliehen“ Esau und — Gott gemeint sein sollen, so handelt es sich gar nicht um ״Beispiele“ im strengen Sinn, also um beliebige Einzelanwendungen, die der Erklärer nur zur ״Veranschaulichung" hinzufügt, neben denen aber andere ebensogut denkbar sein sollen (ist bei der zweiten Deutung neben Gott auch ein frommer Mensch denkbar, ohne Umdeutung des Verses?). Vielmehr steht bei Deutungen, die mit פתר eingeleitet werden oder doch gleiche Technik aufweisen, an anderen Stellen 26כנגד פ׳ אמר דוד המקרא הוד, 88,מדבר 3* ,(אלו) זה (bisweilen 23 דרש כמין משל oder בלשון משל Bacherl 122 f., במקום משל משנת ל״ב מדווי! S, 36 Enelow. 24 MGWJ 1885, 264ff. Strack erwähnt in seiner Einleitung den Ausdruck nicht; die Behandlungen der rabbinischen Allegaristik gehen an ihm vorbei. Bacher H 178f. (zu ergänzen nach A1 b e c k, Bünl!. in GR. 40), erkennt zwar den Zusammenhang mit der Grundbedeutung, berichtigt aber nicht Blbchs Auffassung. 25 Beobachtet von Bloch 268; 385, 1; 391, 1. Der Nachweis ist umso leichter zu führen, da פתר nur in einzelnen Midraschwerken vorkommt (Bacher a. O ). Aber es kommt auch vor, daß im gleichen Midrasch ganz analoge Deutungen z. T. mit 2 ,פתר• T. mit זה eingeleitet werden; im

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