Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1935
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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A. Hebräische Ausdrücke für uneigentliche Rede 17 glauben, daß sich die Begründung des ersten Berichtes, ״da man sagte: sie sind משלים (oder ״(משלות nur auf das Spruchbuch bezog, auf welches sie nicht nur der Überschrift, sondern auch des Inhalts wegen weit besser paßt als auf die beiden anderen17• Aber wie dem sei: sicher scheint, daß der Ausdruck משל in abfälligem Sinn (״einfache Sprichwörter“) aufzufassen ist18. Der Bedeutungswandel von משל stellte die Erklärer vor die Wahl: entweder in dem Buch schlichte Volksweisheit zu sehen, die ganz respektabel sein mag (wir werden sehen, wie wenig ernst die ״Anstöße“ zu nehmen sind), aber keinen Anspruch auf höhere Autorität hat, oder es als eine Sammlung von Gleichnissen zu deuten und ihm einen uneigentlichen Sinn zu unterlegen. Wie es der Midrasch meint, zeigt er CR. zu 1! § 8 Anf., indem er gleichbedeutend mit משל das Fremdwort דוגמא Seiypa ״Hinweis auf ähnliches“19 gebraucht. Die für die midraschische Exegese grundlegende Voraus- Setzung, daß das Bibelwort vieldeutig ist (s. § 4), führt bisweilen dazu, neben der Bedeutung oder den Bedeutungen, die ein Vers enthält, auch solche anzuerkennen, auf die er nur hinweist oder anspielt. Dann erblickt man in der Schrift einen זכר oder]D^°; bisweilen wird auch die 21אסמכתא von dem strengen Schriftbeweis unterschieden22. Die Sprache des Midrasch hat also so wenig wie die neueren Kultursprachen ein Wort für alle Formen der mittelbaren Kennzeichnung. Indessen geht משל weiter als unser ״übertragen“, geschweige ״allegorisch“. Das Bedürfnis nach diesem 17 In der zweiten. Überlieferung־ braucht die mit ד״א eingeführte Bem erkling־ dem vorhergehenden nicht zu widersprechen: die Leute Hiskias können dadurch, daß sie משלי vorsichtig ״zurückgestellt44 haben, Muster der Männer der Synode gewesen sein. 18Josef Carlebach, Jeschurun 1923, 438 f. Er verweist auf die GR. 85, 2 zurückgewiesene Kennzeichnung des Schlusses des Buches Daniel als פירטים, die freilich etwas anders gemeint ist (ungeschichtlich, nicht: alltäglich). Viel weniger einleuchtend faßt H. Deutsch, Die Sprüche Salomos im Talmud und Midrasch 1886, 49 das Bedenken in dem Sinne, daß der Inhalt der 3 Bücher ״keinen nationalgesetzlichen oder historisch-analytischen Charakter an sich trage44. [Heller möchte משלים nach Ez 215 als ״Dichtungen44 auffassen.] - 19 An! der Bedeutung kann nach den Belegen bei Levy, Talm. Wb. s. v. kein Zweifel sein. Unrichtig ist Levys zweite Übers, der angeführten Stelle ״er machte die Lehre durch Gleichnisse, Sprichwörter verstündlich44. Wenn Salomo der Thora אזנים (Henkel: Levy unter אזן I) schuf, so kann das nicht durch Sprichwörter geschehen sein. 20 Über beide vgl. Bacher, Term. I 51; 182; II 209 f.; Heller, EJ. IV 676; 683, der einzelne Beispiele übersetzt. 21 M. Guttmann, Jahresb. Bresl. Sem. 1924 מפתח התלמוד IDa Anh. 22 Noch weniger gehen uns andere ,Jose Zitationsformen44 (Aieher, das A. T. in der Mischna 103) wie מכאן אמרו (Bacher I 76; H 82) an. 2