Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1935
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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14 § 2. Sprachliches rein apologetisch, also nur auf das negative Interesse an der Beseitigung von Anstößen gegründet ist, je mehr positive Werte sich aus ihrer Anwendung zu ergeben scheinen, umso mehr darf sie auf Anklang hoffen. Auf Grund dieser genaueren Bestimmung des Begriffes der Allegorie und der Motive der Allegoristik suchen wir Ausbreitung und Eigenart der altjüdischen Allegoristik zu erforschen. § 2. Sprachliches. Wir haben die begrifflichen Unterschiede, die wir feststellten, durch Hinzufügung der Kunstausdrücke der heutigen Kultursprachen erläutert und den Sinn angegeben, in welchem wir selbst diese Ausdrücke gebrauchen werden. Wie aber spiegeln sich die Tatbestände, auf die wir aufmerksam wurden, in der Sprache des Midrasch? A. Soweit es sich um die Tätigkeit des Schriftstel- 1 e r s handelt, knüpft diese Sprache an die biblische an. Aber es findet ein Bedeutungswandel statt, der kulturgeschichtlich aufschlußreich und für das Verständnis der midraschischen Allegoristik wichtig ist. חידה kann in der Bibel (Ez 172; vgl. Sir 8g)1, gemäß der S. 8 besprochenen Beziehung zwischen Rätsel und allegorischer Ausdrucksweise, auch die Allegorie bezeichnen. Im Midrasch steht es, außer natürlich in Bibelzitaten, nur von Profanrede2, zumal von ״dunkler‘ Ausdrucksweise3. Gilt auch das Rätsellösen nach wie vor als Zeichen der Weisheit, so gehört doch das Rätsei mehr der weltlichen als der religiösen Rede an. מליצה, ursprünglich Hohn- oder Trutzrede, ist bereits in biblischer Zeit zum Ausdruck für den Lehrspruch geworden und hat noch Sir 47! 7 diese Bedeutung. Im älteren Midrasch findet es sich (außer in Bibelzitaten), wenn überhaupt4, in diesem Sinn nur sehr selten; die Ableitung ist vergessen; MM. zu 16 deutet 1 Nu 128 behalten Buber-Rosenzweig und Schreiber-Torczyner mit Recht die Übers. ״Rätsel“ bei; gemeint ist ״dunkel“, nicht (S. Kaufm an n, EJ. II 335) ״in Allegorien“. s MM. zu 1«: allerdings ו,שיחת חולין שלהן שקולה מנד כל התודה 3 Über den Sprachgebrauch der Philosophen vgl. Klatzkin, Thesaurus philos. s. v. * Dagegen Bloch in: Judaica, Festschrift fär Cohen 703, 1. Zur Bedeutung Bacher, Tenn. II 112. Zitiert werden מליצה und ח*דה *• B. MPs. 78,1; Maimuni, Bad. zu הלק S. 10.