Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 100)
- Language
- German
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60 sich zu bücken vor dem König Jhw-Zebäot, und um das Sukkotfest zu feiern. Wer aber nicht hinaufzieht von den Geschlechtern der Erde nach Jerusalem, um den König Jhw-Zebäot anzubeten, auf die wird kein Regen fallen. Und wenn die Sippe der Ägypter nicht hinaufzieht und nicht kommt, die wird die Seuche treffen1, mit der Jhw die Völker schlägt, die nicht (nach Jerusalem) hinaufziehen, um das Sukkotfest zu feiern. Dies ist die Strafe2 Ägyptens und die Strafe aller Vö'ker (d. h. der Juden unter ihnen), die nicht hinaufziehen, das Sukkotfest zu feiern“. Die an die außerhalb Palästinas wohnenden Juden gerichtete Mahnung, das Herbstfest als Wallfahrtsfest zu begehen, und die besondere Erwähnung der ägyptischen Juden, erinnert mehr an die ägyptisch-jüdische Kolonie in Elephantine, die durch den Erlaß Darius II. vom Jahre 419 auf gef ordert wird, das Massotgebot zu halten. Daß man in einer Zeit, in der man an die Wiedererrichtung des jüdischen Staates ging, sich für die Juden in der Diaspora interessierte, ist nur verständüch. Auch die Worte (14, 16):!עלי מדי שנד. שנה להשתהות למלך ה" צבאות erinnern an Jes. 66, 23; und setzen einen Gottesdienst voraus, bei dem das Gebet keine wesentliche Rolle gespielt haben kann. Mit dem von den früheren Propheten abgelehnten, rein äußerliehen Brauchtum, rechnet noch einmal Maleäkl, der letzte in der Reihe der Propheten, ab. Er spiicht, wie bereits früher dargelegt, von dem verunreinigten Brot, das man opfert, und den kranken Tieren, die man darbringt, und wünscht lieber gar keinen Tempeldienst als einen solchen. Die Priester, die an Fest- und anderen Tagen diesen Dienst versehen — es kann also wieder geopfert werden —, nennt er ״Verächter meines (Jhw’s) Namens“ (1, 6). Die Aufforderung, mit solchen Opfertieren Jhw anzuflehen (1, 9), ist ironisch gemeint (v. Orelli). Denn Feste, wie diese Priester sie feiern, sind ״Unrat" (2, 3: פלש). Den Grund für diese Gering- Schätzung des Tempeldienstes sieht Maleäkl darin, daß die Priester von dem (rechten) Weg abgewichen sind, viele durch ihre Tora haben straucheln lassen und den ״Bund Lewis" zerstört haben (2, 8). So wird auch Jhw sie verächtlich werden lassen, dem entsprechend, daß sie seine Wege nicht gehütet haben und bei der Bekanntgabe der Tora, das heißt beim Rechtsprechen, parteiisch sind (2, 9). Rückschauend erkennt Maleäkl, daß das Volk seit 1 לא vor עליהם ist als Einschiebsel zu betrachten. LXX hat daa Wort nicht, 2 חטאת, eigentlich ״Sünde“, bedeutet hier ״Strafe“ wie Num. 32, 23.