Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 101)
- Language
- German
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61 Urvätertagen (למימי אבותיכם) von den Gesetzen (der Tora) abgewichen ist, zu denen es zurückkehren soll, damit auch Jhw zu ihm zurückkehrt (3, 7). Die Teulosigkeit gegen Jhw bedeutet eine ״Entweihung des Bundes der Vorfahren (2,10). Der wahre Priester aber, bei Maleäki mit den Lewiten zusammen gemeint (2, 4), lehrt ״die wahre Tora“ (2, 6), hütet das Wissen um sie (2, 7) und ihn mag man um die Tora befragen (2, 7). Wenn schließlich noch die letzten Verse des Buches mahnen, der ״Tora Mosis meines Dieners“ zu gedenken (3, 22), so meinen sie, ob sie von Maleäki oder einem noch Späteren stammen, die Tora, die man als Moses am Sinai gegeben anerkennt (3, 22). Sie ist, als Bezeichnung der תורות der Priester, als Gesetz und Lebensregel, für das ganze Volk (על כל ישראל) da (3, 22). Die vielen Gesetze, die mit ואת תורת eingeleitet werden (Lev. 6, 2; 7; 18; 7, 1; 11; 11, 46; 12, 7; 13, 59; 14,2; 14,32; 57; 15,32; Num. 5,29; 6,13) oder mit זאת הקת התורה (Num. 19, 2), werden, als Tora schlechthin, durch Ezra und seine Reformen popularisiert. Ezra ״bringt sie vor die Gemeinde“ (Neh. 8, 2), öffnet das ״Buch“, während das Volk sich von den Plätzen eihebt (Neh. 8, 5), auf hohem Gerüst stehend (8, 4), und Interpreten (Neh. 8, 7) erklären sie dem Volke abschnittweise (Neh. 8, 8: מפרש). Als die Stammesväter sich um Ezra versammeln, um von ihr Kenntnis zu nehmen (Neh. 8, 13), finden sie in ihr die Vorschrift, das Sukkotfest zu feiern (Neh. 8, 14) und begehen es, wie man es seit Josuas Zeiten nicht mehr begangen hatte (Neh. 8, 17). Die Popularisierung der Tora, die Ezra ״erforschte, übte und Israel lehrte“ (Ezra 7, 10), stellt neben den Priester den Schriftgelehrten (ספר) und stellt ihn schließlich über diesen. Die Schriftgelehrten treten an die Stelle der Propheten. Ezra wird als ספר מהיר בתורת משה bezeichnet (Ezra 7, 6). Und rückschauend wird auch klar, warum das Volk Gefallen an den fremden Kulten und Festtagen hatte finden können. Es war kein die Tora lehrender Priester dagewesen (II. Chr. 15, 3) und kein wahrhaftes Gottesbewußtsein (das.). Rückschauend erscheint auch die Geschichte der Vorzeit in neuem Licht. Die weihevolle Stimmung, die die Feiertage des späteren Judentums erfüllt, ist ohne das Ringen der Propheten um den Sinn dieser Tage nicht denkbar. Sie treten zurück, nachdem sie, als die Verkünder des wahrhaften Feiertages, die Seele des Volkes geweckt haben.