Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 98)
- Language
- German
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58 hin abgehalten werden sollen, in mancher Hinsicht an den Redner des 58. Kapitels des Buches Jesajas erinnern. Die Worte: משפת אמת שפטו וחסד ורחמים עשו איש את אחיו« ואלמנה ויתום נר ועני אל 9,10 ,7) תעשקו ורעת איש אחיו אל תחשבו כלכבכם), die die Antwort Zakarias enthalten, fassen die Meinungen' Jesajas (1, 14 f., 23) und Deuterojesajas zusammen. Die genauere Darlegung der sozialen Aufgaben des Menschen, gerade im Zusammenhang mit den Fasttagen, aber erinnert mehr an Deuterojesaja. Aber der Geist einer neuen Generation, die das babylonische Exil innerlich bereits überwunden hat, läßt Jhw die Erinnerungsfasttage umwandeln zu: 8,19) לששון ולשמחה ולמועדים טובים). Der Ausdruck:מועדים טוב־ם für ״Feiertage“ ist von Zakaria, dem Zeitgenossen Serubabels, neu geschaffenworden und erinnert bereits an die später üblich gewordene Bezeichnung der Feiertage als ימים טובים. I. Sam. 25, 8 meint unter יום טוב, wie auch Ester 8, 17; 9, 19; 22 einen fröhlichen Tag, die Worte werden noch nicht mit מועדים zusammengebracht. Zak. 8, 21 f. setzt die zentrale Bedeutung des Tempels als Betstatte voraus. Offensichtlich ist Zakaria der Meinung, daß dem Gebet im Heiligtum eine besondere Kraft innewohnt. Man betet dort und ״sucht Gott“ (8, 21: לחלות את פני ה״ ולבקש את ה״), Dieses Beten scheint hier bereits mehr zu bedeuten, als der Ausdruck: *חלה את פני ה in früherer Zeit besagen will. Er meint ursprünglich (I Sam. 13, 12; I. Kön. 13, 6; II. Kön. 13, 4; Ex. 32, 11 und Jer. 26, 19) das aus innerer oder äußerer Not an irgendeinem Ort verrichtete Gebet. Bei Zakaria kommt der Ausdruck zum erstenmal im Zusammenhang mit Jerusalem, das heißt dem Tempel, vor. Die Wiedererstehung des Volkes soll, nach der Meinung des Propheten, geradezu eine Wallfahrt ״vieler und starker Völker“ veranlassen, die zu Jhw in Jerusalem beten wollen (8, 22), weil sie gehört haben, daß Gott mit den Juden ist (8, 23). Noch erscheint bei Zakaria תורה neben den ״Worten, die Jhw-Zebäot durch seinen Geist durch die früheren Propheten (הנביאים הראשונים) gesandt hatte“ (7, 12), und auf die das Volk, mit seinem Herzen, hart wie Diamant (vgl. das ״Herz von Stein“, EzfTl, 19), nicht hören^will. Aber die Zeit der Propheten geht ihrem Ende entgegen. Man mag mit Marti die Abfassungszeit des 2. Teiles des Prophetenbuches in das Jahr 160 v. Chr. verlegen und aus ihm den Widerhall der Kämpfe in der Seleucidenzeit vernehmen. Aber die Worte Zakarias 13, 2 f. passen in keine Zeit so gut, wie in die Zeit des Niedergangs des Prophetentums: ״Und an jenem Tage, ist der Ausspruch Jhw-Zebäots, rotte ich aus die Namen der Götzen aus dem Lande, so daß ihrer nicht mehr gedacht wird,