Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 95)
- Language
- German
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55 Und langsam löst sich zugleich Jhw als der Weltengott, als der ihn schon die früheren Propheten empfanden, und von dem Dtj. an vielen Stellen spricht, von dem ihm als Wohnung zugedachten Tempel. Als Gott, der den Himmel allein (Jes. 44, 24) wie Flor oder ein Zelt ausspannt (Jes. 40, 22; vgl. 45, 12; 48, 13) und die Erde gründet (Jes. 51, 13), dessen Geist man genau so wenig, wie man das Wasser, den Himmel, den Staub der Erde, Berge und Hügel (Jes. 40,12) messen kann, erfaßt (40, 13 f.), und da die Völker dem Propheten erscheinen wie ״der Tropfen am Eimer“ (40,15) oder ״das Stäubchen an der Wage“ (das.), und der Libanon nicht ausreicht, um Gott durch ein Brandopfer zu ehren (40, 16), kann Jhw sich nicht begnügen mit dem ihm zugedachten Hause. ״So spricht Jhw, der Himmel ist mein Thron, und die Erde der Schemel meiner Füße, welches Haus könntet ihr mir bauen, und welcher Ort mir Ruhe bedeuten“ (66, 1). In diesem, für alle Nationen bestimmten Bethause, in dem noch die Fremdlinge (56, 6) Jhw dienen können und die Verschnittenen, im Gegensatz zu Dt. 23,3 ff., wonach an den Hoden Verstümmelte, Bastarde, Ammoniter und Moabiter nicht in ״die Gemeinde Jhw’s“ kommen dürfen, Ehren und Ansehen erlangen können, soll der Feiertag, zunächst der Sabbat, ein 58,13) יום לדש), ein dem ״Heiligen Israels“1 ״geehrter“ Tag und eine Wonne (Mi?) sein (58, 13). Der richtig begangene Fasttag ist für den Redner des 58. Kapitel ein *5 ,58) יום רצון לה). Das 7. Jahr der Freilassung der ״hebräischen Sklaven“ (61, 1: להרא לשבוים דרור. Vgl. Jer. 34, 8; 15; 17; Ez. 46, 17; Ex. 21, 2 ft.) ist ein *2 ,61) שנת רצון לה). Das Wort רצון wird hier auf Gott bezogen und erhält einen tiefen Sinn. Wenn 49, 8:עת דצק in Parallele zu יום ישועה, und עורתיך in Parallele zu עניתיןד gesetzt wird, und wenn das dargebrachte Opfer sein soll: לרצון 7 ,56) על מובדד), so bedeutet das, daß die geübte Kulthandlung erst dann ihren Sinn erhält, wenn Gott, der die Gesinnung des Ausübenden kennt, sie wohlgefällig annimmt. Fasten, das Kasteien der Seele, vor Schwäche wanken und in Sack und Asche liegen nutzt nichts, sind nicht Gott ״wohlgefällig'״, die Stimme der Betenden wird nicht ״in der Höhe“ gehört (58, 4), solange der Betende oder Fastende seinen Mitmenschen bedrückt oder während der gottesdienstlichen Handlung an seine Geschäfte denkt (58, 3). Ob das Kapitel einen Versöhnungstag voraussetzt oder die Fasttage zur Erinnerung an die Zerstörung Jerusalems (Zak. 7, 2; 1 Wahrscheinlich ist für לקדעז ה״״, das keinen Sinn ergibt, לקדש ישריאל 2u lesen. Vgl. Jes. 43, 3. Das mit י abgekürzt geschriebene Wort ist dann vielleicht falsch gelesen worden.