Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1934-01-01 · 1934 · page 94

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1934
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 94)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2720904-2721059--093-2727544
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

54 den Ezechiel erwähnt (8, 17) zurückzuführen ist, betont besonders stark den Wert der kultischen Reinheit. Wer ein Opfer darbringen will, muß seine Kleider und seinen Körper waschen (DInkerd, VIII, 7, 6; Ardä Viräf 2, 25 f., Dadistän, 48, 19 ff.), der Opferplatz muß gereinigt werden (DInkerd, VIII, 29, 21). Mänüsclhar I, 2, 9, lehrt: ,,Es ist möglich, durch die Reinheit des Körpers auch die Reinheit der Seele zu erlangen“. Vergl. Scheftelowitz, die altpersische Religion und das Judentum, 28, f. Daß der Parse zur Reinigung seiner Hände Kuhurin oder Fruchtsaft, aber nicht Wasser verwenden darf (Scheftelowitz, 29) erinnert an die מים טהורים, mit denen Jhw das Volk besprengen will. Der Begiiff טהור beim Wasser scheint hier mehr als nur äußerliche Reinheit zu bedeuten. Kultische Reinheit wurde auch von den ägyptischen Priestern gefordert (Erman, die ägyptische Religion, 86 f.; v. Lemm, das Ritualbuch des Ammondienstes, 4; vergl. Scheftelowitz, 29). War die Erfüllung der Tora, ob als Weisung JHW s und seiner Priester oder als ,,gegebenes“ Gesetz bei den bis jetzt besprochenen Propheten zunächst Aufgabe des jüdischen Volkes, so wächst ihre Bedeutung in den uns in den 26 Schlußkapiteln des Buches Jesaja enthaltenen Reden, die wir mit Dtj. bezeichnen, über den Rahmen des Volkes hinaus. Um der Gerechtigkeit des Gottesknechtes willen, soll, nach Dtj., die Tora groß und herrlich werden (42, 21). Dies besteht darin, daß (auch) ,,die (fernen) Inseln auf seine Tora harren“ (42, 4). Desgleichen fordert der Prophet (51, 4) die Völker auf, ihm zu lauschen: כי תורה מאתי תצא. In diesen beiden letzten Versen wird תורה parallel zu משפט gebraucht. Wenn 42, 24 wiederum ולא שמעו בתורתו parallel zu לא אבו בדרכיך הלוך steht, so ergibt sich, daß Dtj. unter Tora ״Gesetz“ und ״Weisung“ zugleich versteht, die aber nicht nur die Erlösung des Volkes, sondern der Menschheit bedeuten sollen. Dementsprechend wächst für Dtj. auch die Bedeutung des Tempels. War das Heiligtum in alter Zeit, ob als קדש ,משכן,מעון,היכל ,נוה ,בית ובל ,בית ה״ oder נן2 מקדשnächst eine, wenn auch die wichtigste, dann die zentrale Kultstätte des Volkes, so ist sie für Jesaja (Jes. 2, 2f.) bereits das Ziel der die Weisung JHW's (דבר הי* ארחתיו«דרכיו /תורה) suchenden Nationen. Hier ist die Abhängigkeit vom jüdischen Priester, der die ,תורד lehrt, noch als vorausgesetzt anzusehen. Anders bei Dtj., der die Betgemeinschaft der Frommen kennt, die den Beter ohne jeden Vermittler in ein direktes Verhältnis zu seinem Gotte stellt. Der Tempel ist dann als בית ה׳ (Jes. 56, 7) oder בית תפלתי (Jes. das.) zugleich ein Bethaus für alle Völker (das.בית תפלה יקרא לכל העמ״ם).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.