Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 93)
- Language
- German
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53 sie nicht unterschieden, den Unterschied zwischen Rein und Unrein haben sie nicht kundgetan, und von meinen Sabbaten haben sie ihre Augen gewendet“. Vergl. auch 44, 23—24: ״Und mein Volk sollen sie lehren (den Unterschied) zwischen Heiligem und Profanem, und (den Unterschied) zwischen Unreinem und Reinem sollen sie ihnen kundtun .. .und meine Lehren (,תורות) und meine Gesetze (,Opll) an allen meinen Feiertagen (מ'עלי) sollen sie hüten, und meine Sabbate sollen sie heiligen“. Das Wort קדש bezeichnet bei Ezechiel zunächst den Tempel (44, 27; 45, 2). Es ist die Rede von den Kammern des 19 ,46;19 ,44) קדש; 42, 13), der Hebe des 21;20;10 ,48;7'; 6 ,45) קדש), den Erstlingen (48,14) und dem Berg des 40 ,20;28,14) קי*ש), der mit dem הר מרום ישראל gleichgesetzt wird (20,40) unddem,, Namen“ desקדש (20, 39; 36, 20; 21; 39, 7; 25; 43 f.),קדש sind die Kleider der Priester (42, 14), ihr Gebiet (45, 1; 4) und die sogenannten Heiligtümer, von deren Verachtung durch das Volk Ezechiel neben der Entweihung des Sabbats spricht (22, 8). Während aber die Betonung des Unterschiedes zwischen dem Heiligtum, das alles Heilige umschließt, und dem Profanen bei dem Priesterpropheten verständlich ist, fällt die ständige Betonung des Unterschieds zwischen Rein und Unrein mehr auf. Nicht nur als Teilaufgabe des Priesterstances ist die Unterscheidung zwischen Rein und Unrein zu werten, die Begriffe טמא und טהור kommen vielmehr im Ezechielbuch in überraschender Fülle vor. Verunreinigt hat sich Israel an seinen Götzenbildern (22, 4), desgl. die treulose Ohola (23, 7), verunreinigt hat Israel das Land (36, 17; 18), den Tempel (5, 11; 9, 7; 43, 8), Jhw hat gewissermaßen durch den Molochdienst selber Israel verunreinigt (20, 26), Babylon hat die eine der beiden treulosen Schwestern verunreinigt (23, 17), unrein sind die Götzen Ägyptens (20, 7), die Toten (44, 25), das ehebrecherische Weib (18, 6; 15), Aas und Zerrissenes (4, 14), und der götzendienerische Weg der Vorfahren (20, 30). Dagegen will Jhw das Volk reinigen (36, 25; 33; 37, 23), mit ״reinem Wasser" (36, 25), das Land soll rein werden (39, 12; 14; 16), das ״ein unreines Land ist“ (22, 24), der Altar (43, 26) und der unrein gewordene Priester (44, 26). Die Frage ist berechtigt, ob es nur jüdische Anschauungen über Rein und Unrein gewesen sind ,’ die Ezechiel zu dieser Überbetonung des Gegensatzes veranlaßt haben. Es wird wohl hier, wie auch in manchen anderen Fällen, so gewesen sein, daß überkommene Meinungen und Sitten durch eine fremde Umwelt mit ähnlichen Anschauungen an Bedeutung gewonnen haben. Der Parsismus, auf den sehr wahrscheinlich der früher genannte Sonnenkult,