Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 92)
- Language
- German
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52 neben der Verachtung der Heiligtümer (22, 8: קדשי בדת ואת שבתותי חללת) genannt wird. Daß die zentrale Bedeutung des Tempels das Feiertagsritual objektivierte, zeigt sich auch deutüch bei den zwei Sühnetagen am 1. Nisan und 1: Ti§ri (Ez. 45, 18 ff.) Es handelt sich nicht, wie bei dem Versöhnungstage (Lev. 16, 6; 16; 17; 21; 24; 30; 33), um eine Sühnehandlung für den Hohepriester, seine Familie, das Volk und schließlich den Tempel, sondern in der Hauptsache um eine Entsühnung des wiederhergestellten Heiligtums. Die Forderung: וחטאת את המקדש (Ez. 45,18) und 45,20) וכפרתם את הבית) zeigen deutlich, worauf es Ezechiel änkommt. Zwar wird 45, 17 (vergl. 45, 15) betont, daß ,,demFürsten in Israel die Ganzopfer, Minhä und Gußopfer an den Festen (חגים), den Neumonden, Sabbaten, an allen Festtagen (מועדים) des Hauses Israel obliegen, er soll vollziehen Entsühnungsopfer, Minhä, Ganzopfer und Friedensopfer, zu sühnen für das Haus Israel“ (לכפר בעד בית ישראל), abei gerade an den Entsühnungstagen, wo man die Erwähnung der Sühne füi das Volk erwartet, ist davon nicht die Rede. Die Forderung der Entsühnung des Altars (43, 20; 22; 26) oder des Tempels (45, 18) ist jedenfalls für Ezechiel die Voraussetzung für die Entsühnung des Einzelnen gewesen. Dagegen wird bei dem Opferritual des Pesahfestes (45, 21 f.) der Sühnestier vom Fürsten auch für ,,das Volk des Landes“ (עם הארץ) dargebracht. Das Massotgebot wird kurz ausgedrückt: 21 ,45) מצות יאבל), neben einer genauen Beschreibung des Opferrituals. Man vergl. dazu das viel mehr auf das Volk und seine Geschichte abgestimmte Gebot des Pesahfestes Ex. 12, 17; 34, 18; Dt. 16, 1 ff. Am deutlichsten ist die Einstellung Ezechiels bei seiner Erwähnung des Herbstfestes (45, 25 f.) zu beobachten. Es wird bei ihm schlechthin החג genannt (vergl. I. Kön. 8,2; 12,32). Nicht von der Ernte des Volkes (Lev. 23, 39; Dt. 16, 13) und seiner Freude am Festtag (Dt. 16, 14; 15) ist die Rede, sondern nur vom Opferritual. Außer den genannten Festen kennt Ezechiel noch den Ausdruck 40,1) ראש השנת), der aber mit dem jüdischen Neujahrstag nichts zu tun hat. Der Ausdruck entspricht babyl. re§ satti (KAT, 514 f.). Der Feiertag ist für Ezechiel ein Teil des קדש, das im Gegensatz zu חל erscheint. Was aber קדש oder חל ist, haben die Priester zu entscheiden. Ihre Aufgabe ist in dem, den Priester der vorexilischen Zeit tadelnden Vers 22, 26 gut geschildert: ,,Seine (des Landes) Priester haben meine Tora vergewaltigt, meine Heiligtümer entweiht, zwischen Heiligem und Profanem haben