Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 88)
- Language
- German
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48 Lernen des Gesetzbuches und damit der wahren Gotteserkenntnis (30,33:ולא ילמדו עוד איש את רעהו.... דש את ה״), hat die wahre Gotteserkenntnis nicht gefördert. Zur Zeit des neuen Bundes wird Jhw die Tora dem Volk ״in das Innere geben“ und ״auf das Herz schreiben", wobei unausgesprochen auf den עט שקר ספרים angespielt wird, der die Tora nicht zu dem seelischen und sittlicheA Eigentum des Volkes hat machen können. Die von Jeremia hier als falsch bewertete Methode des Lehrens und Lernens der Tora setzt ganz die Auffassung des Dt. von dem Studium der Tora voraus. Der König soll sich eine ״Abschrift“ (״ (משנה התורהschreiben", sie bei sich halten und in ihr ״lesen“ (קרא) alle Tage seines Lebens, damit er ״lerne“ (ילמד), Jhw, seinen Gott, zu fürchetn, alle Worte dieser Tora zu hüten, und diese Gesetze (הקים), sie zu tun“ (Dt. 17, 19; vergl. 5, 28). Ist ,תורד für das Dt. gelegentlich auch noch ״Unterweisung“ der Priester (17,11: על פי התורה אשר יורוך; vergl. 33,10), so wird sie doch in der Hauptsache niedergeschrieben (לתב• Vergl. 17, 18; 27, 3; 8; 28, 61; 29, 20; 31, 9; 24). Sie wird ״gelesen“ (17, 19; 31, 11), ״erklärt“ (1,5: ״ ,(בארgehütet“ (17, 19: ״ (שמרgetan“ (28, 58: עשה), ihre Worte werden ״gehalten“ (Dt. 27, 26: הקים. Vergl. II. Kön. 23, 3; 24; wo in dem Bericht von der Auffindung des Gesetzbuches derselbe Ausdruck vorkommt), und gilt als die Lehre, die Moses ״geboten“ (33,4:,צוד) und den Kindern Israel ״vorgelegt" (4,44: שם) hat. ״Geboten“ (Dt. 5, 12; 15) ist auch der Sabbat, auch er wird ״gehalten“ (Dt. 5,15: עשה) und soll ״gehütet“ (Dt. 5,12:ש0ר) werden wie alle Gesetze (Dt. 7,11). Während aber Arnos von ihm wie von einem Herkommen spricht, das er, seines äußerüchen Charakters wegen, nicht eben hoch einschätzt, ist er für das Dt. der Ruhetag, an dem jeder, Sohn, Tochter, Knecht, Magd, Fremdling und selbst das Vieh ruhen soll (Dt. 5,14). Der soziale Gesichtspunkt, der diesem Gebot zu Grunde liegt, ist in den Worten ausgedrückt: ״Damit dein Knecht und deine Magd ruhe wie du“ (Dt. 5, 14). Einst war auch der jetzige Besitzer des Bodens Sklave im Ägypterlande (Dt. 5, 15). Dasselbe wird bei der Forderung, den Sklaven menschlich zu behandeln, als Begründung angegeben (15, 15). Dies ist offenbar die ״Heiligung“ des Sabbat, die das Dt. fordert (5, 12), für das Israel ״ein heiliges Volk“ (Dt. 7, 6; 26, 19; 28, 9) ist, dessen ״Lager heilig sein soll“ (23, 15). Dem entspricht ganz genau die Auffassung Jeremias. Er fordert die Heiligung des Sabbats (17, 22: וקדשתם את יום השבת. Vergl. 17, 27), er ist ״geboten“ (17, 22: כאשר צויתי את אבותיכם), irgendwelche Arbeit soll nicht verrichtet