Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 86)
- Language
- German
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- Isaiah 2× ep/1005097
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46 Hos. 8,12:אבתוב לו רבו תורתי, mit Weiihausen רב תורותי zu lesen, da תורתי im Zusammenhang keinen Sinn ergibt, scheint zu verraten, daß es sich um Weisungen Jhw's handelt, vielleicht Teile der sogenannten Tora, vielleicht auch Hinweise auf eine verinnerlichte religiöse Lebensform, wie sie Arnos und Hosea für ihr Volk wünschten. Es ergibt sich also, daß diese Propheten genau so, wie sie nur negativ zum bestehenden Festtag Stellung nehmen, sie auch positiv über das, was sie den richtigen Feiertag und Tora nennen, sich nicht äußern. Was Israel ״vergessen“ oder auch ״verachtet“ hat, wird dem Volke nicht gesagt. Während aber auch der erste Jesaja den falschen Gottesdienst im Tempel (Jes. 1, 12), die Opfer (1, 13), das heuchlerische Gebet der Sünder (1, 15), Sabbate, Neumonde (1, 14), mit dem ganzen Festeszyklus (29,1) ablehnt, ist für ihn bereits die תורת ד,״ mehr als die Weisung Jhw’s. Sie wird zwar 1, 10 mit dem דבר ד,״ in Parallele gesetzt und ist der Inbegriff der Lehren (תרנו מדרכיו) und Pfade (.ונלכד בארחתיו) Jhw's (2, 3), die vom Zion in alle Welt gehen sollen (2, 2 f.). Auf diese Weisung Jhw's will das Volk nicht hören (30, 9), es verachtet sie, wie Arnos 2, 4, vielleicht aber auch ein späterer Überarbeiter, feststellt. Aber Jes. 24, 5 werden die ת1ר1ת bereits mit dem Gesetz (חק), das das Volk überschritten hat und dem ״ewigen Bund“ zusammen genannt, 8, 20 neben תעודה, was zu beweisen scheint, daß Jesaja Überlieferungen meint, die das Volk, indem es sie verfälscht (24,5: חלפו חק) zwecklos macht. Denn 8, 19, auf das die Aufforderung folgt: לתורה ולתעודה, entspricht Lev. 19, 31, und aus 8, 16 ergibt sich gar, daß der Prophet Jünger hat, denen er die Tora, wie sie gelebt werden soll, übermittelt. Der Masse des Volkes sie zu künden, hat, nach demselben Vers, keinen Sinn. Diesen Jüngern wird Jesaja auch kundgetan haben, wie er sich das richtige Begehen des Feiertages, wie er und die Überlieferung ihn will, sich denkt. Auch aus Mikä erfahren wir nichts darüber. Zephanja spricht gar von einer ״Vergewaltigung“ der Tora (3, 4), und da er sie zusammen mit der ״Entweihung des Heiligtums" nennt, darf man annehmen, daß auch für ihn der Kultus, also auch am Feiertag, eine Verfälschung der anders gemeinten Ueberlieferung bedeutet. Der große Wandel tritt ein bei Jeremia, das heißt zur Zeit der josianischen Reform. Es ist verständlich, daß nach dem Auffinden des ספר התורה, wahrscheinlich des Dt., bei der Restaurierung des Tempels (II.Kön. 22, 8) durch den Hohepriester Hilqia (das.), die Bedeutung der Tora dem Volk anders ins Bewußtsein treten mußte, als früher. Das Gefühl der Sicherheit, das sich des Volkes bemächtigt, wenn